Satelliten sollen Deutschlands Funklöcher im Mobilfunk endlich schließen
Miriam AlbrechtSatelliten sollen Deutschlands Funklöcher im Mobilfunk endlich schließen
Deutschlands größte Telekommunikationsunternehmen setzen auf Satelliten, um Funklücken im Mobilfunk zu schließen. Mit dem Vorhaben sollen abgelegene Regionen mit zuverlässigen Signalen versorgt und die Notfallkommunikation gestärkt werden. Mehrere Anbieter haben bereits Kooperationen mit satellitengestützten Netzen bekannt gegeben, wobei die Einführungstermine unterschiedlich ausfallen.
O2 Telefónica arbeitet mit dem europäischen Unternehmen OQ Technology zusammen, um in Mecklenburg-Vorpommern Satellitenverbindungen zu testen. Die Versuche sollen Anfang 2027 starten und nutzen herkömmliche Mobilfunkfrequenzen. Das bedeutet: Gängige Smartphones können sich ohne zusätzliche Hardware direkt ins Netz einwählen.
OQ Technology plant, noch 2024 eine neue Generation von Satelliten zu starten, die bidirektionale Kommunikation ermöglichen. Bis Ende 2027 will das Unternehmen 48 Satelliten betreiben, die alle 30 Minuten Abdeckung bieten. Die geschätzten Übertragungsgeschwindigkeiten für Smartphones könnten bei ein bis zwei Megabit pro Sekunde liegen.
Unterdessen hat die Deutsche Telekom eine Partnerschaft mit Starlink geschlossen, um den Empfang in abgelegenen Gebieten zu verbessern. Der Start des Dienstes ist für 2028 vorgesehen. Auch Vodafone kooperiert mit AST SpaceMobile für mobilen Satellitenzugang, doch ein konkreter Starttermin in Deutschland steht noch nicht fest.
Alle drei Anbieter betonen, dass die Satellitenverbindungen das bestehende Netz ergänzen sollen. Ziel ist es, Funklöcher zu beseitigen und die Kommunikation bei Naturkatastrophen sicherzustellen. Die Projekte stützen sich auf europäische und internationale Satellitenbetreiber. OQ Technology, unterstützt von der Europäischen Kommission, nutzt Cloud-Dienste mit Sitz in der EU. Bei Erfolg könnte die Technologie die Netzabdeckung auf Gebiete ausweiten, in denen herkömmliche Infrastruktur an ihre Grenzen stößt. Tests und Ausbau werden in den kommenden Jahren schrittweise vorangetrieben.






