04 April 2026, 22:11

Sachsen-Anhalt startet "Job-to-Job"-Netzwerk gegen Fachkräftemangel und Strukturwandel

Eine Liniengrafik, die die Beschäftigtenzahlen in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Sachsen-Anhalt startet "Job-to-Job"-Netzwerk gegen Fachkräftemangel und Strukturwandel

Sachsen-Anhalt plant landesweites "Job-to-Job"-Netzwerk zur Bewältigung des Strukturwandels

Sachsen-Anhalt will ein flächendeckendes Netzwerk aufbauen, um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei den tiefgreifenden Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt zu unterstützen. Die von der IG Metall mitgetragene Initiative zielt darauf ab, Beschäftigten den Übergang in neue Tätigkeitsfelder zu erleichtern, während sich ganze Branchen wandeln. Treiber dieses Vorhabens sind Herausforderungen wie die Dekarbonisierung, die Digitalisierung und der demografische Wandel – Faktoren, die die Region dazu drängen, frühzeitig zu handeln, bevor Fachkräfte in Arbeitslosigkeit geraten.

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Die IG Metall für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt fordert ein strukturiertes Netzwerk, das Beschäftigte mit neuen Berufsperspektiven verbindet. Thorsten Gröger, Bezirksleiter der Gewerkschaft, betont, dass es wirtschaftlich unsinnig sei, qualifizierte Mitarbeiter erst in die Arbeitslosigkeit zu entlassen, um sie später wieder anzuwerben. Stattdessen setzt der Plan darauf, Arbeitskräfte direkt von alten in neue Jobs zu vermitteln – um Know-how zu erhalten und Karrierewege zu stabilisieren.

Bevor externe Übergänge in Betracht gezogen werden, müssen Unternehmen zunächst interne Lösungen prüfen. Dazu gehören Weiterqualifizierungen, die Umverteilung von Aufgaben oder die Neugestaltung von Arbeitsplätzen, um Wissen im Betrieb zu halten. Erst wenn diese Maßnahmen ausgeschöpft sind, soll das Netzwerk eingreifen und Fachkräfte mit Arbeitgebern zusammenbringen, die ihre Kompetenzen benötigen.

Das geplante System verknüpft bestehende Arbeitsmarktprogramme in Sachsen-Anhalt und bündelt so die Kräfte. Durch diese Koordination soll verhindert werden, dass wachsende Branchen unter Fachkräftemangel leiden, während schrumpfende Industrien Unterstützung erhalten. Erfolgsmodelle wie das Baustoffkataster in Baden-Württemberg oder die digitalen Qualifizierungsprogramme in der Steiermark zeigen bereits, wie solche Ansätze in anderen Regionen funktionieren.

Ein zentrales Ziel ist es, Fachkräfte in Sachsen-Anhalt zu halten, während sich die Wirtschaft transformiert. Das Netzwerk soll als Brücke dienen und sicherstellen, dass Beschäftigte ohne Unterbrechung in qualitativ hochwertige Jobs wechseln können. Dieser Ansatz schützt nicht nur individuelle Karrierewege, sondern stärkt auch die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der Region.

Die konkrete Ausgestaltung des Netzwerks wird in Abstimmung mit der Landesregierung, Arbeitgeberverbänden und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit erfolgen. Bei Erfolg könnte das System zu einer langfristigen Lösung für den Umgang mit industriellem Wandel werden. Im Mittelpunkt stehen dabei der Erhalt von Arbeitsplätzen, die Bindung von Fachkräften und die Sicherung der wirtschaftlichen Zukunft Sachsen-Anhalts.

Quelle