RSI verklagt: 40.000 Franken Schadensersatz im Hospita-Skandal gefordert
Paul MüllerRSI verklagt: 40.000 Franken Schadensersatz im Hospita-Skandal gefordert
Gegen den schweizerischen Sender RSI wurde eine zivilrechtliche Klage wegen seiner Berichterstattung über den sogenannten Hospita-Skandal eingereicht. Die Klage fordert 40.000 Schweizer Franken Schadensersatz und reiht sich damit in eine wachsende Liste juristischer Auseinandersetzungen ein, mit denen Medienhäuser im Tessin konfrontiert sind. Im Mittelpunkt des Streits stehen Vorwürfe der Korruption und des Machtmissbrauchs innerhalb der Lega dei Ticinesi.
Der Hospita-Skandal geriet erstmals in den öffentlichen Fokus, als die Staatsanwaltschaft des Tessins Ermittlungen gegen den Hospita-Chef Eolo Alberti wegen des Verdachts auf Veruntreuung aufnahm. Zur gleichen Zeit tauchten Berichte auf, die die ehemalige Lega-Abgeordnete Sabrina Aldi mit dem Vorwurf verbanden, ihre politische Position für private Geschäftsinteressen ausgenutzt zu haben.
Auch die Lega dei Ticinesi selbst steht unter Kritik: Ihr wird vorgeworfen, eine inoffizielle interne Untersuchung zu der Affäre durchgeführt zu haben. Der Regierungsrat Norman Gobbi, ein führendes Parteimitglied, soll dabei eine zentrale Rolle bei der Einleitung dieser Prüfung gespielt haben.
Seither hat sich die Affäre weiter ausgeweitet. Drei Tessiner Medienunternehmen – darunter RSI – sehen sich nun mit zivilrechtlichen Klagen konfrontiert, während Journalisten der La Regione und des Area wegen ihrer Berichterstattung strafrechtlich belangt werden. Zwei Reporter der La Regione werden insbesondere beschuldigt, in ihren Artikeln gegen Persönlichkeitsrechte und die Ehre verstoßen zu haben.
Als Reaktion auf die eskalierende Kontroverse beschloss das Tessiner Kantonsparlament die Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK). Diese soll den Hospita-Skandal sowie dessen Verbindungen zu politischen Akteuren und der Medienberichterstattung aufarbeiten.
Der rechtliche Druck auf RSI und andere Medienhäuser spiegelt die angespannte Stimmung wider, die den Hospita-Skandal umgibt. Mit Strafverfahren gegen Journalisten, einer laufenden parlamentarischen Untersuchung und weiteren Ermittlungen zu mutmaßlichem Fehlverhalten bleibt die Affäre in Bewegung. Die Ergebnisse dieser Verfahren werden zeigen, ob Schadensersatzforderungen – wie die 40.000 Schweizer Franken, die von RSI verlangt werden – tatsächlich zugesprochen werden.






