Rösti warnt vor Energiekrise nach US-Angriffen auf den Iran – Schweiz setzt auf Atomkraft
Miriam AlbrechtRösti warnt vor Energiekrise nach US-Angriffen auf den Iran – Schweiz setzt auf Atomkraft
Schweizer Energieminister Rösti warnt vor neuer Energiekrise nach US-Angriffen auf Iran
Der Schweizer Energieminister Albert Rösti hat nach den jüngsten US-Militärschlägen gegen den Iran vor einer möglichen neuen Energiekrise gewarnt. Seine Äußerungen fielen während eines internationalen Atomenergie-Kongresses in Paris, bei dem führende Politiker über die wachsende Abhängigkeit Europas von Kernkraft diskutierten. Unterdessen bleibt die schweizerische Atompolitik umstritten, nachdem das Parlament Pläne für ein Bauverbot neuer Kernkraftwerke abgelehnt hat.
Auf dem Pariser Kongress betonten Vertreter, dass die Kernenergie in Europa wieder an Bedeutung gewinnt. Die Veranstaltung unterstrich ihre Rolle für stabile Strompreise und langfristigen Wohlstand. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen räumte ein, dass der frühere europäische Ausstiegsplan aus der Atomkraft eine Fehleinschätzung gewesen sei.
Rösti nutzte die Plattform, um zu argumentieren, dass die Schweiz die Kernenergie als Option behalten solle. Er verwies darauf, dass die Beibehaltung dieser Technologie dem Land ermöglichen würde, auf dem europäischen Energiemarkt wettbewerbsfähig zu bleiben. Seine Aussagen folgten auf einen kürzlichen Beschluss des Ständerats, der einen geplanten Bau-Stopp für neue Kernkraftwerke deutlich zurückwies.
In der Schweiz selbst wird der Iran-Konflikt genau beobachtet. Zwar ist das Land nicht direkt betroffen, doch die Behörden haben Vorsorgemaßnahmen für den Fall größerer Störungen getroffen. Das schweizerische Stromnetz ist eng mit dem europäischen System verknüpft – 42 grenzüberschreitende Leitungen sorgen für stabile Energieflüsse.
Der Kongress markierte einen klaren Strategiewechsel in der europäischen Energiepolitik: Kernkraft wird zunehmend als unverzichtbar für Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit angesehen. Die Schweiz, die von der Iran-Lage zwar keine akute Gefahr droht, hält eigene Notfallpläne bereit. Die Ablehnung eines Atomkraft-Bauverbots deutet darauf hin, dass das Land seine Kapazitäten in diesem Bereich künftig sogar ausbauen könnte.






