26 February 2026, 04:24

Rentenreform 2027: Warum die neue ETF-Rente die Riester-Rente ablösen soll – und wer wirklich profitiert

Ein altes deutsches Wertpapier, das von der deutschen Regierung ausgegeben wurde, mit Text und Zahlen.

Rentenreform 2027: Warum die neue ETF-Rente die Riester-Rente ablösen soll – und wer wirklich profitiert

Die deutsche Bundesregierung hat eine umfassende Reform des privaten Rentensystems beschlossen, die 2027 in Kraft treten soll. Das neue Modell ersetzt die wenig erfolgreiche Riester-Rente durch ein ETF-basiertes Anlagekonzept, das höhere Renditen und eine breitere Beteiligung ermöglichen soll. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Änderungen weiterhin Finanzunternehmen begünstigen – und nicht die Sparer.

Die von Finanzminister Lars Klingbeil unterstützte Reform führt ein neues, kapitalmarktgebundenes Altersvorsorgekonto ein. Die Regierung strebt eine Bruttorendite von etwa 6 Prozent an, während die Kosten auf 1,5 Prozent gedeckelt werden – eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Riester-Modell, das aufgrund hoher Gebühren oft Nettoerträge unter 2 Prozent erzielte. Höhere staatliche Zuschüsse, die eine sofortige Rendite von bis zu 43 Prozent bieten sollen, sollen vor allem Beschäftigte mit mittlerem Einkommen zum Mitmachen motivieren.

Verbraucherschützer zeigen sich jedoch skeptisch. Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bezeichnete die Reform als "Erfolg der Finanzlobby" und warnte, dass sie weiterhin auf privat vertriebene Produkte setze. Viele Sparer, insbesondere solche ohne Anlageerfahrung, würden kaum davon profitieren, so Nauhauser. Stattdessen forderte er die Einführung eines staatlichen Rententopfes nach schwedischem Vorbild, der über Jahrzehnte hinweg reale Renditen von 4 bis 6 Prozent durch kostengünstige globale Investitionen und eine nahezu flächendeckende Teilnahme erzielt hat.

Das schwedische System, ein virtuelles Beitragskonto mit Kapitaldeckung, erfasst fast die gesamte Erwerbsbevölkerung durch automatische Anmeldung. Die ausgewogene Fondsoption hält die Gebühren zwischen 0,1 und 0,3 Prozent – und sorgt so für eine breite Zugänglichkeit. Demgegenüber litt die Riester-Rente in Deutschland unter geringer Akzeptanz bei Gering- und Mittelverdienern, was unter anderem an komplizierten Regeln und schwachen Erträgen lag.

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Die neuen Altersvorsorgeoptionen starten im Januar 2027 und bieten Sparern einen alternativen Ansatz für die Ruhestandsplanung. Zwar verspricht die Reform bessere Renditen und geringere Kosten, doch die Abhängigkeit von privaten Finanzprodukten stößt weiterhin auf Kritik. Die Diskussion über eine staatlich verwaltete Alternative – ähnlich wie in Schweden – bleibt vorerst ungelöst.