Rekordzahl: Über 300.000 Menschen erhielten 2025 die deutsche Staatsbürgerschaft
Lotta BrandtRekordzahl: Über 300.000 Menschen erhielten 2025 die deutsche Staatsbürgerschaft
Deutschland hat im Jahr 2025 die höchste Zahl an Einbürgerungen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2000 verzeichnet. Mindestens 309.852 Menschen erhielten die deutsche Staatsbürgerschaft – ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Der Zuwachs ist auf jüngste Rechtsreformen sowie eine wachsende Zahl langjähriger Ansässiger mit Einbürgerungsanspruch zurückzuführen.
Der starke Anstieg der Anträge ist unter anderem auf Änderungen im Staatsangehörigkeitsrecht zurückzuführen. Die Reformen sehen nun kürzere Mindestaufenthaltszeiten vor und erlauben die doppelte Staatsbürgerschaft. Diese Erleichterungen haben mehr Migrantinnen und Migranten dazu bewegt, einen Antrag zu stellen – insbesondere jene, die während der Flüchtlingsbewegung 2015–2016 nach Deutschland kamen.
Besonders markant ist der Anstieg in Berlin: Hier wurde fast doppelt so vielen Menschen die Staatsbürgerschaft verliehen wie im Vorjahr. Auch Brandenburg verzeichnete einen Zuwachs von 25 Prozent bei den neu ausgestellten Pässen. Syrerinnen und Syrer bleiben dabei in vielen Regionen die größte Gruppe unter den Neueingebürgerten.
Deutlich gestiegen ist ebenfalls die Zahl der türkischen und russischen Staatsangehörigen, die die deutsche Staatsbürgerschaft annahmen. Der Politikwissenschaftler Dmitry Stratievsky führt diesen Trend auf Faktoren wie die politische Distanzierung von Russland sowie praktische Vorteile der doppelten Staatsbürgerschaft zurück – etwa erleichterte Reisen. Städte bereiten sich bereits auf eine weitere Antragswelle ab 2027 vor, wenn viele Ukrainerinnen und Ukrainer, die 2022 nach Deutschland kamen, die fünftjährige Mindestaufenthaltsdauer erfüllt haben werden.
Die Rekordzahlen spiegeln sowohl die gesetzlichen Neuerungen als auch die wachsende Gruppe anspruchsberechtigter Langzeitaufenthalter wider. Da in den kommenden Jahren weitere Migrantinnen und Migranten – darunter auch Geflüchtete aus der Ukraine – die Voraussetzungen erfüllen werden, reicht der Trend voraussichtlich noch länger an. Die Behörden erwarten eine anhaltend hohe Nachfrage.






