Reichstag rüstet sich mit Milliarden-Umbau gegen Cyberangriffe auf
Reichstagsgebäude in Berlin vor großem digitalen Umbau zur Abwehr von Cyberbedrohungen
Das Reichstagsgebäude in Berlin steht vor einer umfassenden digitalen Modernisierung, um seine Abwehrkräfte gegen Cyberangriffe zu stärken. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner kündigte die Pläne an, die den Austausch tausender Kilometer veralteter Kabel sowie die Aufrüstung der kritischen IT-Infrastruktur vorsehen. Die Maßnahme ist Teil einer breiter angelegten Initiative, die Sicherheitsvorkehrungen noch vor Beginn des Sommers auf den neuesten Stand bringen soll.
Im Rahmen des Sanierungsprojekts werden etwa 3.800 Kilometer Kupferkabel entfernt – eine Länge, die in etwa den gesamten Grenzen Deutschlands entspricht. Zudem werden 300 Kilometer Glasfaserkabel, 300 Datenverteilereinheiten und hunderte Server ersetzt. Diese Aufrüstungen bilden das Rückgrat einer neuen "3-S-Strategie", die sich auf Sicherheit, Souveränität und einen verbesserten Service für den Betrieb des Bundestags konzentriert.
Ziel des Vorhabens ist es, Schwachstellen gegenüber Cyberangriffen und Systemausfällen zu verringern. Der digitale Zugriff soll strenger reguliert werden, um sicherzustellen, dass der Bundestag die volle Kontrolle über die Datennutzung behält. Gleichzeitig soll die Abhängigkeit von externen Anbietern verringert und das System damit unabhängiger gemacht werden.
Die Arbeiten sollen noch vor dem Sommer beginnen – vorausgesetzt, die Abgeordneten billigen die digitale Strategie zügig. Parallel zum Umbau treibt Klöckner die Verabschiedung des Bundestagspolizeigesetzes voran. Sie hat die Fraktionen aufgefordert, bis Jahresende eine Einigung zu erzielen. Das Gesetz würde einen besseren Datenaustausch mit den Nachrichtendiensten ermöglichen und so helfen, potenzielle Bedrohungen unter den jährlich zwei Millionen Besuchern des Gebäudes frühzeitig zu erkennen.
Nach Abschluss der Modernisierung wird der Bundestag über ein sichereres und eigenständigeres IT-Netz verfügen. Zudem sollen strengere Regeln für den digitalen Zugriff eingeführt werden, um Risiken durch externe Einflüsse zu minimieren. Wann die Änderungen in Kraft treten, hängt von der Verabschiedung der digitalen Strategie und des Polizeigesetzes ab.






