RAW-Gelände in Berlin: Eigentümer droht mit Neubau – Clubs kämpfen ums Überleben
Lotta BrandtRAW-Gelände in Berlin: Eigentümer droht mit Neubau – Clubs kämpfen ums Überleben
Ungewisse Zukunft für Berlins kultiges RAW-Gelände: Eigentümer drängt auf Neubau – trotz lokaler Verbote
Das berühmte RAW-Gelände in Berlin steht vor einer ungewissen Zukunft, da die Eigentümerfamilie Kurth auf eine Umwidmung des Areals pocht. Die Familie, die seit Langem eine Neugestaltung des Geländes anstrebt, plant nun den Bau von Wohnungen – und das trotz eines örtlichen Bauverbots. Gleichzeitig droht mehreren Clubs und Kulturstätten die Schließung, nachdem ihre Mietverträge nicht verlängert und ihre Betriebserlaubnisse entzogen wurden.
Die Familie Kurth, Besitzerin des RAW-Geländes, versucht seit Jahren, das Areal umzugestalten. Kürzlich verweigerten sie die Verlängerung kurzfristiger Mietverträge für Einrichtungen wie den Crack Bellmer, die Bar zum Schmutzigen Hobby, den Lokschuppen und die Cassiopeia. Zudem zogen sie Betriebserlaubnisse zurück und brachten die Clubbetreiber damit in eine prekäre Lage.
Ein Entwurf für eine Vereinbarung sieht vor, dass die Kurths das Gelände zwar bebauen dürfen, im Gegenzug jedoch Clubs und Kulturstätten für mindestens 30 Jahre unter geförderten Bedingungen erhalten müssen. Doch es gibt weiterhin Streit darüber, wie schnell dieser Plan verbindlich umgesetzt werden soll. Die Eigentümer kritisieren Verzögerungen und haben eine inoffizielle Frist bis Ende dieses Monats gesetzt, um noch offene Fragen zu Brandschutz, Lärmschutz und Zuständigkeiten zu klären.
Die Clubbetreiber, die zwischen Eigentümern und Bezirksverwaltung eingeklemmt sind, können die stockenden Verhandlungen nicht offen kritisieren. Dennoch weigern sie sich, sich unter Druck setzen zu lassen. Ihre Wut wird am Samstag bei einer Rave-Demonstration laut werden, die von Aktivisten organisiert wird – mit Unterstützung von SPD, Grünen und Linken.
Die Zukunft des RAW-Geländes hängt nun von den Verhandlungen vor dem von den Kurths gesetzten Ultimatum ab. Scheitern die Gespräche, könnten die Clubs für immer schließen. Die Demonstration am Samstag wird den Kampf der Betreiber um den Erhalt ihrer Veranstaltungsorte in den Mittelpunkt rücken.






