Ramelow blockiert Gehaltsdeckel der Linken – und scheitert vor Schiedskommission
Miriam AlbrechtRamelow blockiert Gehaltsdeckel der Linken – und scheitert vor Schiedskommission
Bodo Ramelow, Vizepräsident des Bundestags, liegt mit der eigenen Partei im Clinch – Grund ist ein Plan zur Deckelung der Abgeordnetengehälter. Der Bundesvorstand der Linken will, dass ihre Bundestags- und Europaabgeordneten ihr Einkommen auf den Durchschnittslohn eines Arbeitnehmers begrenzen. Ramelow hat nun rechtliche Schritte eingeleitet, um den Vorschlag zu blockieren, und bezeichnet ihn als verfassungswidrig.
Der Streit eskalierte, als der Bundesvorstand der Linken ankündigte, die Gehaltsgrenze verbindlich durchsetzen zu wollen. Ramelow reagierte mit einem Antrag an die parteiinterne Schiedskommission. Er beantragte eine einstweilige Verfügung, um zu verhindern, dass der Antrag auf dem anstehenden Parteitag zur Abstimmung kommt.
Die ehrenamtlichen Richter wiesen seinen Antrag jedoch zurück. Sie begründeten dies damit, dass Ramelow kein berechtigtes Rechtsschutzbedürfnis habe, da der Vorschlag noch nicht formal beschlossen worden sei. Das Gremium deutete zudem an, dass sein Antrag voraussichtlich unzulässig sei.
Ramelow argumentierte, der Plan des Vorstands wirke sich bereits auf interne Parteiwahlen aus. Er behauptete, der Vorschlag greife in seine Rechte ein und könnte ein problematisches Präzedenzfall schaffen. Trotz der Niederlage legte er Berufung gegen die Entscheidung des Schiedsgerichts ein.
Der Bundesvorstand bleibt entschlossen, den Antrag voranzutreiben. Sollte er angenommen werden, müssten alle Linken-Abgeordneten im Bundestag und im Europaparlament deutlich reduzierte Bezüge akzeptieren.
Der Rechtsstreit offenbart tiefe Gräben innerhalb der Linken in Fragen der finanziellen Transparenz und inneren Demokratie. Ramelows Berufung wird nun entscheiden, ob der Gehaltsdeckel zur Abstimmung kommen darf. Das Ergebnis könnte prägen, wie die Partei künftig mit den Einkünften ihrer Vertreter umgeht.






