03 March 2026, 11:40

QCyber testet Quantenkommunikation im realen Glasfasernetz Stuttgarts

Ein Mobilbildschirm mit einem Gehirnbild und dem Text "Denken Elektronen?" im Zusammenhang mit der Quantenphysik.

QCyber testet Quantenkommunikation im realen Glasfasernetz Stuttgarts

Neues Forschungsprojekt QCyber: Quantenkommunikation im Praxistest

Ein neues Forschungsvorhaben mit dem Namen QCyber wird sichere Quantenanwendungen in einem echten Glasfasernetz in Stuttgart erproben. Mit einer Förderung von 6 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zielt die Initiative darauf ab, zu untersuchen, wie Quantenkommunikation nicht nur zwischen zwei Parteien, sondern in Mehrnutzerumgebungen funktionieren kann.

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Das auf drei Jahre angelegte Projekt läuft von Anfang 2026 bis Ende 2028 und wird bis zu sechs Knotenpunkte über eine Strecke von 20 Kilometern verbinden. Das Netz erstreckt sich über die Standorte Vaihingen und Stadtmitte der Universität Stuttgart und ermöglicht es den Forschenden, Leistung und Sicherheit unter realen Bedingungen zu bewerten.

QCyber plant die Entwicklung und Erprobung von Anwendungen wie gruppensicherer Kommunikation, kollaborativer Entschlüsselung und quantengestützter elektronischer Wahlsysteme. Diese setzen abgestimmte Aktionen mehrerer Nutzer voraus und gehen damit über die klassischen Zwei-Parteien-Quantennetzwerke hinaus.

Am Projekt beteiligt sind akademische und industrielle Partner, darunter drei Institute der Universität Stuttgart, die Universität Würzburg, die TU Berlin, das Unternehmen Swabian Instruments, Nokia sowie das Forschungsnetzwerk ARENA2036. In Workshops bei ARENA2036 soll die Industrie in den Dialog über die Integration von Quantenkommunikation in bestehende Cybersicherheitsstrukturen einbezogen werden.

Hardware- und Softwarekomponenten werden darauf hin geprüft, ob sie skalierbare Quantennetzwerke unterstützen können. Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie solche Netze Teil der zukünftigen sicheren digitalen Infrastruktur Europas werden könnten.

Bis Ende 2028 wird QCyber praxisnahe Ergebnisse zu Mehrnutzer-Quantenanwendungen liefern. Die Projektergebnisse könnten mitbestimmen, wie Quantennetzwerke in konventionelle Cybersicherheitsarchitekturen eingebettet werden. Durch die Einbindung der Industrie in Workshops soll sichergestellt werden, dass die entwickelte Technologie praxisrelevant und anwendungsorientiert ist.