Proteste in Bangladesch: Warum eine 25 Meter hohe Ram-Statue das Land spaltet
Lotta BrandtProteste in Bangladesch: Warum eine 25 Meter hohe Ram-Statue das Land spaltet
Ein Streit um den Bau einer riesigen Statue von Lord Ram im Distrikt Gaibandha hat in Bangladesch Proteste ausgelöst. Die fast zu 80 Prozent fertige Statue ist 25 Meter hoch und steht im Gelände des Sri-Sri-Radha-Govinda-und-Kali-Tempels in der Upazila Palashbari. Demonstranten, darunter Studenten der Universität Dhaka und Angehörige von Minderheiten, zogen am späten Donnerstag durch die Straßen, um die Fertigstellung der Statue zu fordern.
Die Kontroverse begann, als die Arbeiten an der Statue ausgestzt wurden. Diese Unterbrechung löste Proteste aus – Dutzende gingen in Dhaka auf die Straße, um ihre Besorgnis zum Ausdruck zu bringen. Für viele Angehörige der hinduistischen Gemeinschaft in Bangladesch ist die Statue zu einem Symbol religiöser und kultureller Identität geworden.
Harichandra Das, der Präsident des Tempelkomitees, hat die Regierung und die Polizei aufgefordert, einzugreifen, damit die Bauarbeiten fortgesetzt werden können. Zivilgesellschaftliche Gruppen fordern zudem besseren Schutz für religiöse Stätten und ungestörte Gottesdienste. Der Konflikt entwickelt sich nun zu einem Prüfstein dafür, wie Bangladesch die Interessen seiner Mehrheits- und Minderheitenbevölkerung in Einklang bringt.
Trotz des öffentlichen Drucks haben die Behörden bisher nicht bestätigt, ob und wann die Arbeiten an der Statue wiederaufgenommen werden. Die ausgestzten Bauarbeiten haben landesweit Aufmerksamkeit erregt, und die Proteste in Dhaka halten die Debatte in der Öffentlichkeit präsent. Vorerst bleibt die Zukunft der Statue ungewiss, während die Behörden über ihr weiteres Vorgehen beraten.






