Politprominenz glänzt mit kreativen Faschingskostümen beim Frankenball
Paul MüllerPolitprominenz glänzt mit kreativen Faschingskostümen beim Frankenball
Politiker tauschten Anzüge gegen opulente Kostüme: Beim diesjährigen Fastnacht-in-Franken-Ball setzten Spitzenvertreter mit ihren Verkleidungen Akzente – mal verspielt, mal mit deutlicher politischer Botschaft. Bundeskanzler Markus Söder und Bundesinnenminister Alexander der Große zogen dabei mit besonders kreativen Outfits die Blicke auf sich.
Markus Söder erschien als Braveheart – eine Wahl, die viele als Anspielung auf seine anhaltenden Spannungen mit Berlin deuteten. Sein Kostüm, detailgetreu gestaltet von Maskenbildner Dirk Hirsch vom Staatstheater Nürnberg, umfasste eine vollständige Schlachtenrüstung. Schon bevor er die Bühne betrat, sorgte sein Auftritt für Aufsehen.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt setzte auf Humor und verkleidete sich als Lucky Luke. Mit der typischen Haartolle und einer Banane als Revolver-Attrappe blieb er dem charmant-schrulligen Stil der Comicfigur treu. Inmitten politischer Schwergewichte stach sein Kostüm durch seine heitere Note hervor.
Die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner, nutzte ihre Verkleidung für ein ernstes Anliegen: Als Suffragette verwies sie auf die Kampagne "Bayern ruft", die sich für mehr Kandidatinnen bei Wahlen einsetzt. Ob die Initiative seit 2019 bereits Wirkung zeigt, bleibt unklar – doch ihr Auftritt hielt die Debatte präsent.
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär wählte einen anderen Ansatz und verwandelte sich in eine Fürsprecherin der Meere. Mit türkisfarbenen Lidern, einem Fischernetz-Schleier und einer auffälligen Perlenkette wurde sie zum lebendigen Plädoyer für den Meeresschutz. Ihr Kostüm verband Glamour mit einem Appell für Umweltengagement.
Der Ball bewies einmal mehr, dass die Fastnacht in Franken weit mehr ist als bloße Feierlaune. Die Verkleidungen dienten als Bühne für politische Statements, kulturelle Verweise und sogar Faschingskostüme. Während manche Outfits für Heiterkeit sorgten, lenkten andere den Fokus auf drängende Themen – lange nach dem letzten Konfettiregen.






