PKV-Verband fordert Nachbesserungen beim neuen Apotheken-Gesetz ApoVWG
Ida SchmitzPKV-Verband fordert Nachbesserungen beim neuen Apotheken-Gesetz ApoVWG
Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) hat auf die geplanten Änderungen im Apothekenwesen im Rahmen des neuen Apotheken-Versorgungsweiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) reagiert. Zwar befürwortet der Verband einige Maßnahmen, äußert jedoch auch Bedenken und fordert eine Überarbeitung der Finanzierungsmodelle.
Ziel des Gesetzes ist es, die Rolle der Apotheken in der Prävention und Früherkennung von Krankheiten zu stärken. Doch der PKV-Verband warnt, dass wichtige Details noch geklärt werden müssten.
Der Verband begrüßte Teile des ApoVWG, darunter Pläne, Apotheken als zentrale Anlaufstellen im Gesundheitswesen auszubauen. Besonders unterstützt werden Initiativen zu Impfungen sowie die einmalige Notfallabgabe von Langzeitmedikamenten ohne Rezept. Skeptisch zeigt sich der Verband jedoch bei der geplanten Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente in akuten Fällen ohne vorherige Genehmigung.
Seit Einführung des Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetzes (VOASG) haben pharmazeutische Dienstleistungen in Apotheken kaum an Fahrt aufgenommen. Der PKV-Verband argumentiert nun, dass eine weitere Ausweitung dieser Leistungen – den sogenannten pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) – vor einer gesetzlichen Verankerung gründlich evaluiert werden müsse. Zudem stellte der Verband infrage, ob Beratungen zu verhaltensbedingten Risikofaktoren tatsächlich messbare Vorteile für Patienten bringen.
Bei der Preisgestaltung lobte der Verband neue Regelungen für Rezepturarzneimittel, bestand jedoch darauf, in künftige Diskussionen einbezogen zu werden. Zudem forderte er gesetzliche Anpassungen, um Privatelyersicherten die individuelle Abrechnung pharmazeutischer Dienstleistungen zu ermöglichen. Ohne ein neues Finanzierungsmodell, so die Warnung des PKV-Verbands, drohten diese Leistungen weiterhin kaum genutzt zu werden.
Der Verband betonte, dass das ApoVWG zwar positive Schritte enthalte, ein klarer finanzieller Rahmen jedoch unverzichtbar sei. Ohne diesen könnten Apotheken die im Gesetz vorgesehene erweiterte Rolle nur schwer umsetzen.
Die Stellungnahme des PKV-Verbands zeigt somit eine ambivalente Haltung zum ApoVWG: Zwar werden Impfangebote und der Notfallzugang zu Medikamenten unterstützt, doch werden eine strengere Evaluation neuer Dienstleistungen sowie ein dediziertes Finanzierungssystem gefordert.
Die Forderungen des Verbands erhöhen nun den Druck auf die Politik, finanzielle und praktische Bedenken zu klären, bevor das Gesetz final beschlossen wird.






