Pistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht ab – Bundeswehr setzt auf Freiwillige
Miriam AlbrechtPistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht ab – Bundeswehr setzt auf Freiwillige
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat in jüngsten Stellungnahmen zentrale militärische und rüstungspolitische Themen angesprochen. Er bestätigte, dass die allgemeine Wehrpflicht nicht wieder eingeführt wird, und begründete dies mit einem Mangel an Ausbildern und Infrastruktur. Gleichzeitig prüft die Regierung neue Wege, um die Verteidigungsfähigkeiten zu stärken.
Pistorius schloss sowohl eine vollständige Rückkehr zur allgemeinen Dienstpflicht als auch eine bedarfsgerechte Auswahlmusterung aus. In den kommenden Jahren wird die Bundeswehr weiterhin auf freiwillige Rekrutierung setzen. Die Koalition einigte sich zudem darauf, dass bei einem Überhang an offenen Stellen im Vergleich zu qualifizierten Bewerbern korrigierende Maßnahmen ergriffen werden könnten.
Der Minister betonte erneut die Bedeutung der Zusammenarbeit und Freundschaft mit Frankreich. Dies erfolgt vor dem Hintergrund des Scheiterns des europäischen Rüstungsprojekts FCAS. Zudem äußerte er Vertrauen in seine Parteikollegen Lars Klingbeil und Bärbel Bas.
Die Bundesregierung beobachtet die militärische Aufrüstung und Entwicklungen in der Rüstungsindustrie genau. Ein neuer Runden Tisch wurde eingerichtet, um das Know-how der Automobilhersteller für Verteidigungsvorhaben zu nutzen. Allerdings wurde das Fregattenprogramm F126 für die Marine gestoppt, nachdem die Kosten auf über 18 Milliarden Euro explodiert waren.
Das Verteidigungsministerium setzt vorerst auf die freiwillige Rekrutierung von Soldatinnen und Soldaten. Sollten Engpässe bestehen bleiben, könnten gezielte Anpassungen folgen. Im Fokus stehen weiterhin Kostenkontrolle und die Zusammenarbeit mit der Industrie, um die militärische Expansion zu unterstützen.
