Pilotprojekt zeigt: E-Autos können das Stromnetz stabilisieren und Geld sparen
Miriam AlbrechtPilotprojekt zeigt: E-Autos können das Stromnetz stabilisieren und Geld sparen
Groß angelegtes Pilotprojekt in Baden-Württemberg testet, wie das Laden von Elektroautos das deutsche Stromnetz entlasten kann
Unter dem Namen LadeFlexBW erforscht ein realweltliches Reallabor der Energiewende, wie dynamische Ladetarife den Strombedarf ausgleichen können – und das ohne den Einsatz intelligenter Zähler. Die Teilnehmer nutzen weiterhin ihre bisherigen Energieanbieter, da der Flexibilitätsdienst unabhängig von der regulären Stromversorgung funktioniert.
Das Projekt, das 2023 gestartet wurde, zeigt, dass netzdienliches Laden auch im Rahmen des bestehenden deutschen Standardlastprofil-Systems möglich ist. Die Infrastruktur ist zudem skalierbar konzipiert und könnte von einigen hundert auf zehntausende Fahrzeuge ausgeweitet werden. Neben der Erprobung technischer Lösungen liefert LadeFlexBW Daten, um Energiepreise, Netzentgelte und digitale Ladedienste zu optimieren.
Für Kunden eröffnet das Modell eine zusätzliche Einnahmequelle: Durch die Anpassung der Ladezeiten an die Netzanforderungen tragen sie zur Stabilisierung bei. Dieser Ansatz entspricht dem europäischen Trend hin zu Demand Response, bei dem Verbraucher durch flexible Stromnutzung das Netz entlasten.
Bis März 2026 werden die Erfahrungen der 1.200 Teilnehmer zeigen, wie bereits kleine Anpassungen beim E-Auto-Laden zu einem stabileren und nachhaltigeren Stromsystem beitragen können.
Die Ergebnisse von LadeFlexBW könnten künftige Politiken in den Bereichen E-Mobilität und Netzbetrieb prägen. Bei Erfolg ließe sich das Modell ausweiten – und würde noch mehr E-Auto-Besitzern die Möglichkeit bieten, Geld zu verdienen und gleichzeitig die Energiewende zu unterstützen. Das Projekt beweist zudem, wie bestehende Infrastrukturen sich ohne aufwendige Umbauten an neue Anforderungen anpassen lassen.






