Pforzheims Erfolg: Weniger Messerangriffe dank schärferer Waffenkontrollen – doch warum wirkt das nur lokal?
Miriam AlbrechtPforzheims Erfolg: Weniger Messerangriffe dank schärferer Waffenkontrollen – doch warum wirkt das nur lokal?
Pforzheim verzeichnet seit Ende 2024 einen deutlichen Rückgang öffentlicher Gewalt – während andere Großstädte in Baden Baden kaum Veränderungen melden. Neue Polizeistatistiken vom Januar 2026 zeigen einen Rückgang von Messerstechereien um 28 Prozent in der Stadt. Dieser Trend wird mit strengeren Waffenkontrollen auf Weihnachtsmärkten in Verbindung gebracht. Die Maßnahmen scheinen jedoch nur lokal gewirkt zu haben, denn in benachbarten Städten wie Stuttgart und Mannheim stiegen die Vorfälle dieser Art an.
Der Rückgang der Gewalt fällt mit den im Dezember 2024 eingeführten anlassunabhängigen Waffenkontrollen zusammen. Während die Zahl der Messerstechereien in Pforzheim von 142 im Jahr 2024 auf 102 im Jahr 2025 sank, blieb dieser Trend in der restlichen Region aus. Stuttgart verzeichnete einen Anstieg um 12 Prozent, Mannheim um 5 Prozent, und in Karlsruhe blieben die Zahlen unverändert.
Auch die Gesamtkriminalität im Polizeibezirk Pforzheim ging zurück: 2025 wurden 21.893 Straftaten registriert. Damit weist die Region nun die niedrigste Kriminalitätsrate unter den 13 Polizeibezirken Baden-Württembergs auf – 3.543 Delikte pro 100.000 Einwohner. Der benachbarte Enzkreis führt landesweit die Sicherheitsstatistik mit einer Rate von 2.633 Delikten pro 100.000 Einwohner an.
Sexualstraftaten gingen um 21 Prozent auf 691 Fälle zurück, wobei die Polizei 90 Prozent davon aufklärte. Gewaltdelikte stiegen hingegen leicht an: Die Zahl der Körperverletzungen erhöhte sich auf 3.128 – allerdings wurden 92,6 Prozent dieser Fälle aufgeklärt. Fast jede siebte Straftat im öffentlichen Raum hatte einen aggressiven Hintergrund, mit einer Aufklärungsquote von 85 Prozent. Schwere Straftaten gegen das Leben beliefen sich auf 26 Fälle, von denen 96 Prozent gelöst wurden.
Die demografischen Trends blieben stabil: Rund 75 Prozent der Tatverdächtigen waren männlich, 43 Prozent hatten keine deutsche Staatsangehörigkeit. Die gesamte Aufklärungsquote im Bezirk stieg auf 64,1 Prozent – ein Anstieg gegenüber den Vorjahren.
Die Daten deuten darauf hin, dass die Waffenkontrollen in Pforzheim zu einem Rückgang gewalttätiger Vorfälle, insbesondere von Messerstechereien, beigetragen haben. Zwar stiegen die Körperverletzungen leicht an, doch die Aufklärungsquoten bei schweren Straftaten blieben hoch. Die Stadt gilt nun als sicherste unter den großen kreisfreien Städten Baden-Württembergs mit einer Kriminalitätsrate von 5.814 Delikten pro 100.000 Einwohner.






