Pfaffenstein-Tunnel: Baubeginn trotz massiver Kritik an der Bahn-Strecke
Lotta BrandtPfaffenstein-Tunnel: Baubeginn trotz massiver Kritik an der Bahn-Strecke
Bauarbeiten am Pfaffenstein-Tunnel begonnen – Großprojekt nördlich des Stuttgarter Flughafens
Die Bauarbeiten für den Pfaffenstein-Tunnel, ein bedeutendes Schienenprojekt nördlich des Stuttgarter Flughafens, haben begonnen. Die Deutsche Bahn startete am 9. Februar die vorbereitenden Erdarbeiten und leitete damit die erste Phase des elf Kilometer langen Tunnels ein. Das Vorhaben soll die Reisezeit zwischen Stuttgart und Zürich um etwa 15 Minuten verkürzen.
Der Tunnel ist Teil des Projekts Stuttgart 21 und verbindet die Gäubahn mit dem Flughafen sowie einem künftigen unterirdischen Bahnhof. Zudem ist er in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden, wobei offizielle Stellen das öffentliche Interesse als zentrale Begründung anführen.
Die Deutsche Bahn setzt für die Arbeiten zwei Tunnelbohrmaschinen ein, die sich durch festes Gestein fräsen werden. Das Projekt stößt jedoch auf sofortige Kritik der Aktionsgemeinschaft Pro Gäubahn. Die Initiative bezeichnete den Baubeginn als "Bankrotterklärung der Verkehrspolitik" und stellte die Wirtschaftlichkeit infrage.
Die Allianz warnt vor möglichen Beeinträchtigungen des internationalen Nord-Süd-Schienenkorridors während der Bauphase. Zudem rechnet sie mit weiteren Kostensteigerungen und verweist auf ein ihrer Meinung nach unzureichendes Kosten-Nutzen-Verhältnis. Statt des Tunnels setzt sich die Gruppe für einen zweigleisigen Ausbau bestehender Abschnitte der Gäubahn ein.
Trotz der Bedenken wird das Projekt im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans vorangetrieben. Die Verantwortlichen betonen, dass der Tunnel nach Fertigstellung die Anbindung verbessern und die Fahrzeiten verkürzen werde.
Die Kritik der Allianz konzentriert sich vor allem auf lokale und regionale Auswirkungen, weniger auf übergeordnete internationale Folgen. Konkrete Verzögerungen im grenzüberschreitenden Verkehr sind in offiziellen Stellungnahmen bisher nicht dokumentiert.
Der Pfaffenstein-Tunnel befindet sich nun im Bau, wobei zwei Tunnelbohrmaschinen die Auffahrung übernehmen sollen. Das Vorhaben bleibt umstritten – Gegner verweisen auf finanzielle Risiken und betriebliche Störungen. Bei planmäßiger Fertigstellung wird die Strecke zwischen Stuttgart und Zürich um etwa 15 Minuten schneller befahrbar sein.
Regulatorische und politische Unterstützung gesichert vor dem Bau des Pfaffenstein-Tunnels
Das Pfaffenstein-Tunnel-Projekt erhielt vor Baubeginn wichtige regulatorische und politische Unterstützung, was dem umstrittenen Start Kontext gibt. Das Eisenbahnbundesamt erteilte den Planfeststellungsbeschluss, der den Tunnel rechtlich genehmigt. Im April 2024 reichte die DB Projekt die Planungsunterlagen ein und unterzeichnete im November 2023 einen Mehrparteien-Partnerschaftsvertrag. Die 2021er grüne-schwarze Koalition in Baden-Württemberg unterstützte das Projekt auch in ihrem Koalitionsvertrag.