Grüne bestätigen Fraktionsführung im Landtag - Patt im Landtag: Baden-Württemberg sucht nach stabiler Regierung
Baden-Württemberg steht nach knapper Landtagswahl vor politischer Unsicherheit
Nach der eng umkämpften Landtagswahl in Baden-Württemberg herrscht politische Ungewissheit: Bündnis 90/Die Grünen und die CDU errangen jeweils 56 Sitze, was zu einem seltenen Patt im Landtag führt. Ohne klare Mehrheit müssen die beiden Parteien nun Koalitionsgespräche führen, um eine stabile Regierung zu bilden.
Die Grünen gingen als knapper Sieger aus der Wahl am 8. März hervor und erreichten 30,2 Prozent der Stimmen. Damit sicherten sie sich 56 Mandate – ein leichter Rückgang im Vergleich zu 2021. Die CDU zog mit ebenfalls 56 Sitzen gleich, dank eines Zuwachses von 5,6 Prozentpunkten. Die AfD legte deutlich zu und kam auf 18,8 Prozent (35 Sitze).
Die CDU schloss jede Zusammenarbeit mit der rechtsextremen AfD kategorisch aus, sodass eine erneute Koalition mit den Grünen die einzige realistische Option bleibt. Seit 2016 regieren beide Parteien gemeinsam, doch diesmal gestaltet sich das Kräfteverhältnis deutlich schwieriger. Zudem hält die CDU eine starke Position bei den Direktmandaten und gewann 56 der 70 Wahlkreise.
Vorerst bleibt die Führungsspitze der Grünen unverändert: Andreas Schwarz führt weiterhin die Fraktion an, während Cem Özdemir – der als künftiger Ministerpräsident gehandelt wird – vorläufig in den Parteivorstand gewechselt ist. Eine formelle Neuwahl der Führung ist für Mai geplant, sobald eine neue Regierung steht.
Das Wahlergebnis lässt Baden-Württemberg nur wenig Spielraum bei der Regierungsbildung. Entweder erneuern Grünen und CDU ihre Koalition, oder das Land riskiert eine längere Phase der Instabilität. Bis eine Einigung erzielt ist, bleibt die Führung der Grünen im Amt, um Kontinuität während der Verhandlungen zu gewährleisten.






