24 March 2026, 10:09

Palforzia verschwindet: Warum das erste Erdnussallergie-Medikament vom Markt genommen wird

Nahaufnahme einer Erdnuss auf schwarzem Hintergrund mit Text oben und unten.

Palforzia verschwindet: Warum das erste Erdnussallergie-Medikament vom Markt genommen wird

Palforzia, das erste zugelassene Medikament zur Erdnussallergie-Desensibilisierung, wird bis zum 31. Juli 2023 vom deutschen Markt genommen. Der Rückzug erfolgt, nachdem Regulierungsbehörden den zusätzlichen Nutzen im Vergleich zur Standardüberwachung infrage gestellt hatten. Die Entscheidung stehe jedoch nicht im Zusammenhang mit Bedenken hinsichtlich Sicherheit, Qualität oder Wirksamkeit, hieß es.

Das Arzneimittel war in Deutschland am 15. Oktober 2021 als orale Immuntherapie gegen Erdnussallergien zugelassen worden. Doch bereits im Februar 2022 äußerte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Zweifel an seiner Wirksamkeit. Später kam der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zu dem Schluss, dass Palforzia keinen nachgewiesenen Vorteil gegenüber einem abwartenden Beobachtungsansatz biete.

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Der Hersteller Stallergenes Greer wird den Rückzug reibungslos gestalten. Patienten, die bereits in Behandlung sind, erhalten weiterhin Zugang zu den Anfangspacks für die Dosissteigerung – und zwar bis zum 31. März 2026. Die 300-Milligramm-Erhaltungsdosis bleibt bis März 2027 verfügbar, während die Phasen der Dosiserhöhung (Stufen 1 bis 11) bis Ende 2026 genutzt werden können.

Unterdessen schreitet die globale Forschung zu Erdnussallergie-Therapien voran. Aktuelle Studien umfassen einen VLP-basierten Impfstoff (2024 in Testphase), Ligelizumab (ein in Phase-III erprobter anti-IgE-monoklonaler Antikörper, der alle vier Wochen verabreicht wird und 486 Teilnehmende einbezieht) sowie ein epikutanes Pflaster für Kleinkinder. Zudem werden weitere Biologika wie Omalizumab und Etokimab untersucht, ebenso wie Studien zu früher Exposition wie LEAP-Trio.

Der Marktausstieg von Palforzia werde die laufende Patientenversorgung nicht beeinträchtigen, da bestehende Bestände noch Jahre verfügbar bleiben, hieß es. Der Fokus liege nun auf neuen Therapieansätzen: Mehrere klinische Studien erforschen Impfstoffe, Biologika und Pflaster als mögliche Alternativen. Diese Entwicklungen zielen darauf ab, langfristig wirksamere Lösungen für das Management von Erdnussallergien zu bieten.

Quelle