Özdemirs knapper Sieg in Baden-Württemberg – Söder macht CDU-Kampagne für Niederlage verantwortlich
Miriam AlbrechtÖzdemirs knapper Sieg in Baden-Württemberg – Söder macht CDU-Kampagne für Niederlage verantwortlich
Die Grünen haben die Landtagswahl in Baden-Württemberg knapp gewonnen – Cem Özdemir sicherte sich damit die Spitzenposition. Markus Söder, Vorsitzender der CSU, relativierte das Ergebnis als Rückschlag für den konservativen Unionsblock. Stattdessen machte er die Niederlage der CDU an einer "schmutzigen Kampagne" fest, bei der geleakte Videos des Kandidaten Manuel Hagel eine Rolle spielten.
Während des Wahlkampfs waren zwei umstrittene Videos aufgetaucht, die dem CDU-Kandidaten Manuel Hagel schadeten. In einem kommentierte er die "rehbraunen Augen" einer Schülerin und räumte später ein, dies sei ein Fehler gewesen. Ein weiterer Clip zeigte ihn in einer peinlichen Situation während eines Schulbesuchs. Söder argumentierte, diese Vorfälle hätten die Wähler maßgeblich beeinflusst.
Trotz der Niederlage zeigte sich Söder optimistisch über die Zukunft der Union. Er betonte den anhaltenden Einfluss der CDU in der neuen Regierung und forderte eine stärkere Konzentration auf Wirtschaftspolitik. Migration sei nicht mehr das beherrschende Thema, so Söder.
Gleichzeitig gratulierte er Özdemir und äußerte die Hoffnung auf eine konstruktive Zusammenarbeit im Bundesrat und in der Ministerpräsidentenkonferenz. Zwar bezeichnete er Özdemir als "bundeszentralistisch", deutete aber an, dieser könnte – ähnlich wie sein Vorgänger Winfried Kretschmann – einen pragmatischeren, föderalistischen Kurs einschlagen. Seit 2021 hat die grün-schwarze Koalition in Baden-Württemberg in Finanz- und Klimafragen zunehmend CDU-Positionen übernommen, was in 70 Prozent der Bundesratsabstimmungen zu Kompromissen führte.
Eine breitere Renaissance der Grünen lehnte Söder ab. Stattdessen stuft er die Wahl als regionales Ereignis ein, das vor allem von Kampagnenfehlern geprägt war – und nicht als bundesweiten Trend.
Die knappe Niederlage der CDU in Baden-Württemberg hat Söders Vertrauen in die Stärke der Union nicht erschüttert. Er erwartet nun, dass die neue Regierung wirtschaftliche Themen vor Migration priorisiert. Gleichzeitig könnte die Zusammenarbeit von CSU und Grünen in bundespolitischen Gremien künftige Entscheidungen prägen.






