17 February 2026, 00:10

Özdemir und Palmer prägen den Wahlkampf in Baden-Württemberg mit unerwarteter Allianz

Ein detailliertes altes Stadtplan von Baden-Württemberg, Deutschland, mit Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten, mit einem Gebäude in der rechten unteren Ecke und Text, der die Stadtinformationen bereitstellt.

Özdemir und Palmer prägen den Wahlkampf in Baden-Württemberg mit unerwarteter Allianz

Vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März steigen die Spannungen um mögliche Koalitionsoptionen. Der Bundesgrüne Cem Özdemir warnt vor einem Dreierbündnis aus CDU, SPD und FDP. Unterdessen hat sich der parteilose Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer – einst selbst Mitglied der Grünen – als wichtiger Berater Özdemirs etabliert. Viele Wähler fordern zudem seinen Einstieg in die Landespolitik.

Özdemir und Palmer pflegen ein enges Arbeitsverhältnis und bezeichnen sich als Freunde. Gemeinsam arbeiten sie an politischen Lösungen zu Wohnungsbau, Mietpreisbremse, Klimaschutz und effizienter Verwaltung. Bereits Anfang 2026 bezeichnete Özdemir Palmer als einen 'sehr, sehr wichtigen Berater' – eine bemerkenswerte Kehrtwende, nachdem Palmer die Grünen 2023 verlassen hatte.

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Palmer, der als unabhängiger Oberbürgermeister Tübingen regiert, gilt als pragmatische Stimme bürgerlicher Wähler. Seine harte Linie in Migrationsfragen, bei der öffentlichen Ordnung sowie seine jüngste Kritik an gesellschaftlicher Toleranz gegenüber Regelbrechern – etwa in einem Zug-Vorfall – haben sein Profil gestärkt. Zwar fordert er 'mutige, unangenehme Reformen', um den Wohlstand zu sichern, doch wirbt er nicht aktiv um ein Ministeramt.

Özdemir hingegen schließt die Ernennung von Ministern aus, die für ihre eigenen Posten lobbyieren. Zudem lehnt er eine von Konflikten geprägte Koalition ab und vergleicht sie mit dem gescheiterten 'Ampel'-Bündnis auf Bundesebene. Eine solche Partnerschaft, so seine Argumentation, würde im Land vermutlich auf wenig Zustimmung stoßen.

Trotz Spekulationen zeigt sich Palmer nicht bereit, sich auf eine künftige Landesregierung festzulegen. Umfragen zufolge wünschen sich jedoch über ein Drittel der Baden-Württemberger eine Rolle für ihn auf Landesebene.

Das Wahlergebnis wird entscheiden, ob Palmers Einfluss über die Kommunalpolitik hinausreicht. Özdemirs Ablehnung eines Dreiparteienbündnisses und seine Abhängigkeit von Palmers Rat deuten auf eine mögliche Neuausrichtung der Landespolitik hin. Bis dahin prägen beide die Debatte – ohne sich endgültig festzulegen.