ORF-Führungswechsel: Spitzenkandidat für Generaldirektion nach Belästigungsvorwürfen zurückgetreten
Lotta BrandtORF-Führungswechsel: Spitzenkandidat für Generaldirektion nach Belästigungsvorwürfen zurückgetreten
Führungswechsel beim ORF: Spitzenkandidat für Generaldirektion tritt nach Belästigungsvorwürfen zurück
Der österreichische Rundfunk ORF steht vor einem unerwarteten Führungswechsel, nachdem ein aussichtsreicher Kandidat für den Posten des Generaldirektors zurückgetreten ist. Wolfgang Weissmann, der lange als Favorit galt, zog seine Bewerbung nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung zurück. Der Vorfall hat eine interne Untersuchung ausgelöst – nur wenige Jahre vor der für 2027 geplanten Wahl eines neuen ORF-Chefs.
Weissmann war weithin als künftiger Generaldirektor des ORF gehandelt worden. Doch sein Aufstieg endete jäh, als ein Fehlverhaltensvorwurf bekannt wurde. Die Vorwürfe beziehen sich auf Ereignisse aus dem Jahr 2022, die er jedoch vehement bestreitet.
Der ORF-Stiftungsrat hat inzwischen eine Taskforce eingesetzt, um die Anschuldigungen und deren Hintergründe zu prüfen. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Sender auf die für August 2027 anstehende Wahl der Führungsspitze vorbereitet.
Mit Weissmanns Rückzug rücken nun andere erfahrene ORF-Mitarbeiter in den Fokus. Ein viel diskutierter Name ist Alexander Thurnher, derzeit Leiter des ORF-Radiobereichs. Thurnher blickt auf Jahrzehnte beim ORF zurück, in denen er als Fernsehansager, Moderator und Chefredakteur von ORF III tätig war. Seine lange Erfahrung könnte ihn zu einem möglichen Kandidaten für die Chefetage machen.
Die laufenden Ermittlungen im Fall Weissmann werden zeigen, ob weitere Konsequenzen folgen. Unterdessen muss der ORF nun nach Alternativen für die Besetzung der Generaldirektion suchen. Die Wahl bleibt zwar für 2027 terminiert, doch die jüngsten Entwicklungen haben dem Prozess eine Note der Ungewissheit verliehen.






