Orangene Bänke als Symbol – doch Gleichstellungsarbeit steht unter Beschuss
Ida SchmitzOrangene Bänke als Symbol – doch Gleichstellungsarbeit steht unter Beschuss
In deutschen Städten sind orangefarbene Bänke als Symbol für den Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt aufgestellt worden – Teil der UN-Kampagne Orange the World. Doch hinter dieser sichtbaren Solidarität sehen sich Gleichstellungsbeauftragte einer wachsenden Feindseligkeit ausgesetzt: Viele berichten von Vandalismus, Drohungen und Kürzungen ihrer Mittel.
Das Meldezentrum Antifeminismus verzeichnete 2024 insgesamt 558 Vorfälle – im Schnitt zehn pro Woche. Über 63 Prozent der Gleichstellungsbeauftragten gaben an, dass ihre Arbeit angegriffen wurde, während 40 Prozent innerhalb von nur zwei Jahren mehrfach betroffen waren. Eine Beauftragte in Baden-Württemberg erhielt sogar Todesdrohungen von rechtsextremen Aktivist:innen.
Die orangefarbenen Kampagnenbänke wurden in Osnabrück, Wiesbaden und Annweiler beschädigt. Gleichzeitig kürzen Kommunen die Budgets für Gleichstellungsprojekte, wodurch auch das 2023 gegründete Meldezentrum in seiner Existenz bedroht ist. Auf dem BAG-Kongress in Lübeck wurden diese Herausforderungen kürzlich unter dem Motto Kurs halten in antifeministischen Gewässern thematisiert – es ging um Strategien gegen die wachsende Bewegung.
Hinter der Feindseligkeit steht oft der Antifeminismus, eine politische Ideologie, die sich gegen die Rechte von Frauen und queeren Menschen richtet. Gleichstellungsbeauftragte sehen sich nicht nur mit verbalen Angriffen und Drohungen konfrontiert, sondern auch mit schrumpfenden Ressourcen und weniger institutioneller Unterstützung.
Die Zunahme der Angriffe fällt mit sinkenden Mitteln für Gleichstellungsarbeit zusammen. Mit zerstörten Bänken, bedrohten Beauftragten und gekürzten Budgets steht die Kampagne vor einer ungewissen Zukunft. Die Daten des Meldezentrums zeigen einen Trend, der sich nicht abschwächen lässt.






