Operette feiert überraschendes Comeback beim internationalen Nachwuchswettbewerb
Paul MüllerOperette feiert überraschendes Comeback beim internationalen Nachwuchswettbewerb
10. Internationaler Wettbewerb für junge Operetten- und Musical-Künstler endet mit bemerkenswertem Trendwechsel
Die 10. Ausgabe des Internationalen Wettbewerbs für junge Operetten- und Musicaldarsteller ist mit einer deutlichen Verschiebung der Trends zu Ende gegangen. Zum ersten Mal seit fast allen vorherigen Austragungen überstieg die Zahl der Operettenbeiträge (56) die der Musical-Einreichungen (50). Mehr als hundert Bewerber aus Russland und dem Ausland nahmen an diesem Jubiläumsereignis teil.
Der Wettbewerb markierte ein Jahrzehnt der Förderung junger Talente in den Bereichen Operette und Musical. Der Juror Georgi Isaakjan lobte die Qualität der Operettenaufführungen und betonte die Bedeutung junger Künstler für die Zukunft des Genres. Gleichzeitig unterstrich er die klassischen Wurzeln der Operette und die Notwendigkeit ihrer weiteren Entwicklung.
Der langjährige Teilnehmer Maxim Isaakowitsch beobachtete eine grundlegende Veränderung im Wettbewerbsumfeld. In den letzten Jahren habe das Musical die Operette zunehmend in den Hintergrund gedrängt, doch in diesem Jahr verschob sich das Gleichgewicht wieder zugunsten der traditionellen Form. Isaakowitsch räumte zudem ein, dass nicht jedes Talent sofort strahlt – nicht alle Teilnehmer könnten sich gleichermaßen hervorheben.
An dem Wettbewerb nahmen auch Studierende von Musikhochschulen teil, die sich in der Regel auf klassische Formen wie die Oper spezialisieren. Ihr Programm umfasste Arien von Donizetti, Rossini und Mozart. Isaakowitsch verwies zudem auf kreative Adaptionen in der Operette, etwa Heldinnen mit Gewehren oder in Cowboy-Kostümen.
In diesem Jahr wurde kein Grand Prix verliehen – ein seltenes Ereignis, da der Hauptpreis bisher nur einmal, im Jahr 2006, vergeben wurde. Stattdessen gab es mehrere Sonderpreise, darunter den von früheren Preisträgern gewählten Preis für das "Erfolgreiche Debüt" sowie eine besondere Auszeichnung von Ljudmila Lokajtschuk-Henneberger.
Die zehnte Ausgabe des Wettbewerbs sah die Operette wieder im Rampenlicht, mit mehr Einreichungen als Musicals – ein Novum nach Jahren. Ohne die Vergabe eines Grand Prix lag der Fokus auf den Sonderpreisen und der Zukunft des Genres. Sowohl die Organisatoren als auch die Jurymitglieder betonten die Rolle junger Künstler bei der Weiterentwicklung der Operette.






