Online-Betrug bedroht Pazifikstaaten: Wie organisierte Kriminalität Inselparadiese infiltriert
Miriam AlbrechtOnline-Betrug bedroht Pazifikstaaten: Wie organisierte Kriminalität Inselparadiese infiltriert
Betrug im Internet breitet sich im Pazifikraum aus und bedroht kleine Inselstaaten
Immer mehr Online-Betrug wächst sich im Pazifik zu einer zunehmenden Gefahr für kleine Inselnation aus. Hinter den Operationen stecken groß angelegte Betrugsmaschen, Menschenhandel und Zwangsarbeit, die oft mit organisierten Verbrechernetzwerken verknüpft sind. Staaten wie Palau und andere Pazifikländer sehen sich nun wachsendem Druck ausgesetzt, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) warnt vor dem Aufstieg der grenzüberschreitenden Organisierten Kriminalität in der Region. In stark bewachten Komplexen betreiben Betrugszentren – oft mit zwangsrekrutierten Arbeitern besetzt – weltweiten Cyberbetrug. Opfer werden gezwungen, etwa „Pig Butchering“ zu betreiben, eine Masche, die Liebesbetrug mit Kryptowährungsabzocke verbindet.
Solche Zentren sind seit Langem in Südostasien aktiv, mit Brennpunkten in Kambodscha, Myanmar und Laos. 2025 durchsuchten Behörden den KK Park in Myanmar, befreiten über 2.000 Zwangsarbeiter und beschlagnahmten 30 Starlink-Terminals. Ein ähnlicher Einsatz in der Oecusse-Region Osttimors deckte ein digitales Betrugszentrum auf, das Starlink-Geräte und zahlreiche SIM-Karten nutzte.
Nun versuchen solche Operationen, in Pazifikstaaten wie Palau, Tonga, Fidschi, Vanuatu, Osttimor und Papua-Neuguinea Fuß zu fassen. Doch den Ländern fehlen oft das Know-how, lückenhafte Cyberkriminalitätsgesetze und die Ressourcen, um die Bedrohung wirksam zu bekämpfen.
Die Inselstaaten im Pazifik verfügen weder über die rechtlichen Rahmenbedingungen noch über die technische Kapazität, um das Problem in den Griff zu bekommen. Die Ausbreitung der Betrugszentren unterstreicht den dringenden Bedarf an stärkerer regionaler Zusammenarbeit und mehr Mitteln. Ohne Gegenwehr droht die Gefahr grenzüberschreitender Cyberkriminalität im Pazifik weiter zu wachsen.
