30 March 2026, 14:11

"Noch eins drauf!": Wie Neuköllner für die Berliner Tafel sammeln und Tausende retten

Menschen vor einem Supermarkt mit Einkaufstaschen, einem Einkaufswagen, Topfpflanzen, Regalen, Schildern und Deckenleuchten.

"Noch eins drauf!": Wie Neuköllner für die Berliner Tafel sammeln und Tausende retten

Eine kleine Gruppe Ehrenamtlicher steht vor einem Neuköllner Supermarkt und bittet Kundinnen und Kunden, beim Einkauf ein zusätzliches Produkt für die Berliner Tafel zu spenden. Die Osteraktion, die noch bis zum 4. April 2026 läuft, sammelt Lebensmittel für Tausende Bedürftige in der Stadt. Die steigende Nachfrage zwingt die Organisation, ihre Hilfsangebote in ganz Berlin auszubauen.

Anne, 33, ist eine der Stammkräfte am Sammelpunkt. Jeden Donnerstag vereint sie ihren Job im KaDeWe mit ihrem Engagement für die Tafel. Gemeinsam mit Uschi und Marianne motiviert sie die Kunden im Edeka an der Karl-Marx-Straße, eine Dose, ein Päckchen oder einen Karton in die Spendenbox zu legen.

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Die Kampagne "Noch eins drauf!" findet dreimal im Jahr statt – zu Ostern, zum Erntedankfest und zu Weihnachten. Diesmal beteiligen sich 15 Filialen von Edeka, Rewe und Kaufland. Obwohl Neukölln kein wohlhabender Bezirk ist, geben viele Anwohnerinnen und Anwohner, was sie entbehren können.

Die Berliner Tafel verteilt mittlerweile 660 Tonnen Lebensmittel pro Monat. Mit 48 Ausgabestellen versorgt sie etwa 94.000 Menschen in Notunterkünften und Suppenküchen. Der Bedarf hat sich seit der Pandemie, dem Krieg in der Ukraine und der hohen Inflation fast verdoppelt – viele Haushalte sind hart getroffen.

Die Organisation entstand 1993 in Berlin als erste ihrer Art. Heute gibt es über 970 Tafel-Initiativen in ganz Deutschland, die jährlich zwischen 1,6 und 2 Millionen Menschen unterstützen. Ein Logistikzentrum und 25 Lieferfahrzeuge halten den Betrieb am Laufen.

Die Aktion läuft noch bis nächste Woche, täglich sind Freiwillige wie Anne im Einsatz, um Spenden zu sammeln. Die gesammelten Lebensmittel gehen direkt an Bedürftige in der Hauptstadt. Die Nachfrage reißt nicht ab – und das Netzwerk der Tafel wächst weiter, um sie zu bewältigen.

Quelle