07 April 2026, 20:14

Neues Apothekengesetz spaltet Branche: Wer profitiert, wer zahlt?

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal mehr für dieselben Medikamente berechnet hat als in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Neues Apothekengesetz spaltet Branche: Wer profitiert, wer zahlt?

Entwurf des Apothekenversorgungsstärkungsgesetzes stößt auf Zustimmung und Kritik

Der Entwurf des Apothekenversorgungsstärkungsgesetzes hat in der Branche gemischte Reaktionen ausgelöst. Vertreter von Apothekern, medizinischen Verbänden und Krankenkassen haben sich zu zentralen Punkten wie Festbeträgen, Verschreibungsregeln und der Überwachung der Lieferketten geäußert.

Die geplanten Änderungen könnten die Verteilung und Finanzierung von Medikamenten in Deutschland grundlegend verändern.

Thomas Preis, Vorsitzender der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), begrüßte die Stoßrichtung des Gesetzesentwurfs. Er verwies auf den kontinuierlichen Rückgang der Apothekenzahlen in den vergangenen 13 Jahren, unterstützte jedoch Pläne, die Festbeträge über eine begleitende Verordnung anzuheben. Markus Grunenberg vom GKV-Spitzenverband, dem Dachverband der gesetzlichen Krankenkassen, warnte hingegen, dass eine solche Erhöhung die Steuerzahler rund eine Milliarde Euro kosten werde.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Andere Experten konzentrierten sich auf unterschiedliche Aspekte des Gesetzentwurfs. Ulrich Langenberg von der Bundesärztekammer (BÄK) lehnte die geplante Freigabe rezeptpflichtiger Medikamente für den rezeptfreien Verkauf entschieden ab. Thomas Porstner vom Phagro-Großhandelsverband forderte dagegen strengere Kontrollen für Logistikdienstleister, um eine sachgerechte Lagerung und den Transport von Arzneimitteln zu gewährleisten.

Die Debatte erstreckte sich auch auf Biosimilars und digitale Rezepte. Bork Bretthauer von Pro Generika lobte die stabile Versorgung mit Biosimilars, setzte sich aber für ein Verbot von Exklusivitätsvereinbarungen ein. Dr. Elisabeth Fix der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) bestand darauf, dass Pflegeeinrichtungen Benachrichtigungen erhalten müssen, sobald E-Rezepte ausgestellt werden. Anja Zierath vom Bundesverband der Pharmazeutisch-technischen Assistenten (BVpta) lehnte eine Vertretungsregelung für Apotheken ohne zusätzliche Qualifikation ab, während Dr. Stefan Hartmann vom Bundesverband Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) eine Neuausrichtung der Erstattung für Rezepturarzneimittel forderte.

Der Gesetzentwurf hat tiefe Gräben bei Fragen der Finanzierung, Regulierung und des Patientenzugangs offenbart. Sollte er verabschiedet werden, werden die Änderungen Apotheken, Krankenkassen und medizinische Versorgungseinrichtungen im ganzen Land betreffen. Die finale Fassung wird zeigen, wie diese widerstreitenden Interessen in Einklang gebracht werden.

Quelle