Neue Karten zeigen ungenutztes Geothermie-Potenzial in Niedersachsen auf
Miriam AlbrechtNeue Karten zeigen ungenutztes Geothermie-Potenzial in Niedersachsen auf
Eine neue Kartenserie soll dabei helfen, das geothermische Potenzial in Niedersachsen zu erschließen. Der Niedersächsische Geothermie-Dienst (NGD) beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat die Daten veröffentlicht, die die besten Gebiete für Tiefengeothermie-Projekte ausweisen. Die Nachfrage nach dieser erneuerbaren Energiequelle steigt bei Kommunen, Versorgungsunternehmen und Industriekunden in der gesamten Region.
Die Karten basieren auf Informationen aus über 1.100 Tiefbohrungen in Niedersachsen. Die meisten davon wurden ursprünglich für die Erdöl- und Erdgasförderung niedergebracht, liefern nun aber wertvolle Erkenntnisse über unterirdische Gesteinsschichten. Im Fokus stehen Sandsteinformationen der Exter-Formation aus der Keuper-Zeit, die über 200 Millionen Jahre alt sind.
Diese Gesteinsschichten liegen in Tiefen von bis zu 2.600 Metern, wo Temperaturen von über 100 Grad Celsius herrschen können. Geothermische Systeme funktionieren, indem heißes Wasser aus diesen Schichten über Bohrungen gefördert und mithilfe von Wärmetauschern in Fernwärmenetze oder an große Industrieabnehmer weitergeleitet wird. Die meisten bestehenden Geothermie-Anlagen in Deutschland nutzen Bohrungen in Tiefen zwischen 2.000 und 3.500 Metern.
Die Karten sind öffentlich frei zugänglich und helfen Gemeinden, Planern und Unternehmen, geeignete Standorte effizienter zu identifizieren. Trotz des erheblichen ungenutzten Potenzials in Norddeutschland haben hohe Bohrkosten und Explorationsrisiken die Entwicklung bisher gebremst.
Die neue Kartenserie soll die Nutzung von Tiefengeothermie in Niedersachsen beschleunigen. Durch detaillierte Untergrunddaten unterstützt sie den Ausbau erneuerbarer Wärmeversorgung in der Region. Weitere Informationen zu Geothermie-Projekten sind auf der Website des LBEG verfügbar.






