Mönchengladbach baut dreimal mehr Wohnungen – trotz hoher Zinsen und Kosten
Paul MüllerMönchengladbach baut dreimal mehr Wohnungen – trotz hoher Zinsen und Kosten
Mönchengladbach verzeichnet einen deutlichen Anstieg beim Wohnungsbau und setzt damit einen Gegentrend zum übrigen Nordrhein-Westfalen. Die Stadt vollendete 2025 fast dreimal so viele Wohnungen wie im Vorjahr. Dieser Boom kommt trotz steigender Kosten und höherer Zinsen in ganz Deutschland.
Der Wohnungsbau-Schub der Stadt begann 2023 mit einer Aufstockung von 43 Millionen Euro für das städtische Wohnungsunternehmen. Bis 2025 errichtete Mönchengladbach 758 neue Wohnungen – ein deutlicher Anstieg gegenüber nur 260 im Jahr 2024. Die Bauquote stieg von 9,8 auf 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner und lag damit 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt.
In Nordrhein-Westfalen insgesamt jedoch verlangsamte sich der Wohnungsbau. Die Region baute 2025 nur noch 37.185 Wohnungen, ein Rückgang um 9,4 Prozent gegenüber 2024 und der niedrigste Stand seit 14 Jahren. Die Bauquote des Landes sank auf 19,8 Wohnungen pro 10.000 Einwohner.
Steigende Kosten verschärften die Lage. Der Preisindex für Wohnungsbau kletterte Anfang 2025 um 3,2 Prozent. Auch die Zinsen für Baufinanzierungen stiegen deutlich und lagen zwischen drei und vier Prozent – nach Jahren nahe null.
Um bezahlbaren Wohnraum zu fördern, bewilligte Mönchengladbach 2025 Subventionen in Höhe von 43,2 Millionen Euro für 218 Wohneinheiten. Die Stadt hatte bereits 2024 274 Prozent ihres Budgets für den sozialen Wohnungsbau ausgeschöpft – ein dramatischer Anstieg im Vergleich zu nur fünf Prozent im Jahr 2021.
Mönchengladbachs Wohnungsbauleistung übertrifft den rückläufigen Landesdurchschnitt nun deutlich. Die Investitionen in Fördermittel und kommunalen Bau treiben das Wachstum voran, obwohl Kosten und Zinsen steigen. Gleichzeitig verzeichnet Nordrhein-Westfalen die niedrigsten Bauzahlen seit 2011.






