Mitteldeutschland-Takt: Bahnprojekt droht wegen Geldmangel und Verzögerungen zu scheitern
Paul MüllerMitteldeutschland-Takt: Bahnprojekt droht wegen Geldmangel und Verzögerungen zu scheitern
Die BSW-Landtagsfraktion in Thüringen drängt auf schnellere Fortschritte bei der Realisierung der Schienenverbindung Mitteldeutschland-Takt. Die Strecke gilt als eine der wichtigsten Bahnverbindungen der Region und soll den Fernverkehr von Chemnitz und Dresden über Erfurt in die Rhein-Main-Region und das Ruhrgebiet beschleunigen. Ursprünglich hatte die Deutsche Bahn geplant, das gesamte Projekt bis 2030 abzuschließen. Doch der Baubeginn, der eigentlich bereits in diesem Jahr starten sollte, wurde nun auf 2028 verschoben. Die vollständige Elektrifizierung der Strecke wird frühestens 2032 abgeschlossen sein.
Roberto Kobelt, verkehrspolitischer Sprecher der BSW, betont die Dringlichkeit der Elektrifizierung des Abschnitts Weimar–Jena–Gera–Gößnitz. Zudem verwies er auf die Notwendigkeit von teilweisen zweigleisigen Ausbauten entlang der Strecke. Für verschiedene Bahnprojekte bis 2029 fehlen noch rund 2 Milliarden Euro, davon allein 544 Millionen Euro für die Strecke Weimar–Gera–Gößnitz.
Das Vorhaben leidet unter Finanzierungslücken und verlängerten Zeitplänen. Ohne zusätzliche Bundesmittel bleiben Zeitplan und Umfang des Projekts ungewiss. Die BSW-Fraktion kritisiert die Bundesregierung scharf, weil diese nicht ausreichend Mittel für den Ausbau und die Elektrifizierung dieser entscheidenden Verbindung bereitstellt. Die Verzögerungen bei der Schienenverbindung Mitteldeutschland-Takt wirken sich auf die künftigen Bahnverbindungen in der gesamten Region aus. Ohne weitere Finanzierungshilfen könnte sich die Umsetzung der geplanten schnelleren Verbindungen von Sachsen über Thüringen in den Westen Deutschlands weiter hinziehen.
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