Mexikos Asylzahlen bleiben stabil – doch Integration und Schutz scheitern oft an Bürokratie
Ida SchmitzMexikos Asylzahlen bleiben stabil – doch Integration und Schutz scheitern oft an Bürokratie
In Mexiko bleibt die Zahl der Asylsuchenden weiterhin stabil – auf einem Niveau, wie es seit Anfang 2019 nicht mehr verzeichnet wurde. Im ersten Quartal 2026 wurden 10.205 neue Anträge gestellt, allein im Januar waren es 3.711 – fast genauso viele wie die 3.937 Anträge, die im selben Monat sieben Jahre zuvor eingereicht worden waren. Trotz dieser Kontinuität sehen sich viele Geflüchtete weiterhin mit erheblichen Hürden konfrontiert, wenn es um die Erlangung eines legalen Status und die Integration in die Gesellschaft geht.
Zwischen Oktober 2020 und August 2025 bearbeitete die mexikanische Flüchtlingsbehörde Comar monatlich über 4.000 Asylanträge. Bis zum 30. Juni 2025 lebten 172.237 Asylsuchende im Land, viele von ihnen konzentriert in städtischen Ballungsräumen wie Mexiko-Stadt und seinem Großraum. Doch Tausende kämpfen aufgrund fehlender gültiger Aufenthaltspapiere um den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und Arbeitsmöglichkeiten.
Im letzten Quartal 2025 gingen bei Comar 11.944 neue Anträge ein – ein Rückgang um fast 10 Prozent im Vergleich zum Vorquartal und sogar 41 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2024. Mehr als die Hälfte dieser Anträge wurde im Süden Mexikos gestellt, insbesondere in Tapachula, einem zentralen Einreiseort für Migrantinnen und Migranten. Dieser Trend deutet auf eine Verschiebung hin, wo Asylsuchende ihre Anträge erstmals einreichen.
Eine Umfrage des UNHCR offenbart anhaltende Risiken für Menschen auf der Durchreise oder in der Wartephase auf eine Entscheidung. 39 Prozent der Befragten gaben an, in Mexiko Diebstahl, Entführung, Erpressung oder andere Formen von Misshandlung erlebt zu haben. Diese Herausforderungen verschärfen die ohnehin schon schwierige Situation bei der Suche nach langfristiger Stabilität.
Die Asylantragszahlen in Mexiko haben sich auf einem niedrigeren, aber beständigen Niveau eingependelt – ähnlich wie 2019. Während Tausende weiterhin auf ihre Papiere warten, bleibt die Integration eine drängende Aufgabe. Die Daten unterstreichen sowohl die Rolle des Landes als Zufluchtsort als auch die anhaltenden Hindernisse, mit denen Schutzsuchende innerhalb seiner Grenzen konfrontiert sind.






