Merz stellt Kohleausstieg infrage – drohen längere Laufzeiten für Kraftwerke?
Paul MüllerMerz stellt Kohleausstieg infrage – drohen längere Laufzeiten für Kraftwerke?
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Zweifel an Deutschlands geplantem Kohleausstieg geäußert. Er warnte, dass Energieengpässe bestehende Kohlekraftwerke länger in Betrieb halten könnten als vorgesehen. Seine Äußerungen haben eine Debatte über die Stromversorgung des Landes und seine Klimaziele ausgelöst.
Noch 2022 deckte die Kohlekraft fast ein Drittel des deutschen Strombedarfs. Offizielle Daten zeigten, dass fossile Energieträger in jenem Jahr 44,5 Prozent des Stroms erzeugten – allein die Kohle lieferte 152,84 Terrawattstunden. Nun argumentiert Merz, dass ein Weiterbetrieb der Kohlekraftwerke über die geplanten Abschalttermine hinaus unvermeidbar sein könnte.
Zudem forderte er einen beschleunigten Bau von Gaskraftwerken, um die Energiezukunft Deutschlands zu sichern. Gleichzeitig vollzieht die Lausitz bereits den Ausstieg aus der Braunkohle: Der Energiekonzern LEAG soll rund 1,75 Milliarden Euro als Ausgleich für die Stilllegung seiner Anlagen bis 2038 erhalten.
Die Grünen reagierten prompt und riefen Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) auf, mögliche Verzögerungen beim Kohleausstieg abzulehnen. Sie betonten die Notwendigkeit verlässlicher Arbeitnehmerschutzregelungen und weiterer Investitionen in den Strukturwandel.
Merz' Vorschlag könnte die Laufzeit der deutschen Kohlekraftwerke verlängern und den Fahrplan für ihre Abschaltung verändern. Dies hätte Auswirkungen auf die Energiepolitik sowie den Umstieg auf erneuerbare Energien. Die Ausgleichsvereinbarung mit LEAG und die laufende Transformation der Lausitz stehen nun vor zusätzlicher Unsicherheit.






