Mercedes steht vor Milliardensammelklage wegen Diesel-Skandal und Abgasbetrugs
Paul MüllerFormer Daimler CEO Testifies in Court - Hearing Begins - Mercedes steht vor Milliardensammelklage wegen Diesel-Skandal und Abgasbetrugs
Milliardenschadensersatzklage gegen Mercedes-Benz: 200 institutionelle Anleger fordern 1,25 Milliarden Euro
Eine große Sammelklage läuft derzeit gegen Mercedes-Benz: Rund 200 institutionelle Investoren sowie zahlreiche private Kläger verlangen gemeinsam 1,25 Milliarden Euro Schadensersatz. Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht die angebliche unterlassene Aufklärung über illegale Abgasmanipulationsvorrichtungen in Diesel-Fahrzeugen zwischen 2012 und 2018. In diesem Zeitraum war der Aktienkurs des Konzerns stark eingebrochen – von über 90 Euro auf unter 60 Euro.
Der Diesel-Skandal war erstmals 2015 ans Licht gekommen, damals vor allem in Verbindung mit Volkswagen. Nun sieht sich Mercedes-Benz in Stuttgart mit einer eigenen juristischen Auseinandersetzung konfrontiert: In einem Musterverfahren werden Vorwürfe wegen Abgasbetrugs geprüft. Die Kläger argumentieren, das Unternehmen habe sie nicht über die mit den Manipulationen verbundenen Risiken informiert – was zu erheblichen finanziellen Verlusten geführt habe.
Der ehemalige Daimler-Chef Dieter Zetsche ist als Zeuge aufgelaufen. Er wird befragt, ob der Vorstand unter seiner Führung bewusst EU-Abgasvorschriften umgangen habe. Mercedes-Benz bestreitet jedoch, dass es auf Vorstandsebene Entscheidungen zur Nutzung illegaler Abschalteinrichtungen oder zur Umgehung von Standards gegeben habe.
Die Klage ist der vorläufige Höhepunkt jahrelanger Untersuchungen zu den Diesel-Praktiken des Konzerns. Die Anleger werfen dem Unternehmen vor, sein Schweigen zum Thema habe ihre Investitionen direkt geschädigt. Der Prozess zieht sich hin, während beide Seiten Beweise vorlegen.
Das Urteil in diesem Verfahren könnte für Mercedes-Benz erhebliche finanzielle Folgen haben. Falls das Gericht zugunsten der Kläger entscheidet, droht dem Konzern eine Zahlung von 1,25 Milliarden Euro. Der Fall zeigt zudem, dass die rechtlichen Risiken für Automobilhersteller im Zusammenhang mit früheren Abgasskandalen weiterhin bestehen.






