Mercedes setzt auf Blockchain für transparente und faire Lieferketten
Miriam AlbrechtMercedes setzt auf Blockchain für transparente und faire Lieferketten
Mercedes-Benz Cars testet Blockchain-Technologie für transparente und sichere Lieferketten
Der Automobilhersteller Mercedes-Benz Cars erprobt die Blockchain-Technologie, um seine Lieferketten transparenter und sicherer zu gestalten. Gemeinsam mit dem Softwareunternehmen Icertis entwickelt der Konzern ein System, das Verträge nachverfolgt und sicherstellt, dass Zulieferer Nachhaltigkeits- und ethische Standards einhalten.
Das Pilotprojekt zielt darauf ab, den Einkaufsprozess zu vereinfachen und gleichzeitig strenge Vorgaben zu Arbeitsbedingungen, Menschenrechten und Umweltschutz im globalen Netzwerk durchzusetzen.
Das neue Blockchain-System ermöglicht es allen Beteiligten in der Lieferkette, auf wichtige Dokumente zuzugreifen, sie zu teilen und zu aktualisieren – darunter Frachtbriefe, Rechnungen und Verträge, die in einem fälschungssicheren digitalen Register gespeichert sind. Jeder Zulieferer muss vertragliche Details, einschließlich Nachhaltigkeitsverpflichtungen, dokumentieren, wodurch eine dauerhafte und rückverfolgbare Aufzeichnung entsteht.
Mithilfe von KI-Tools prüft Icertis automatisch, ob die Lieferanten ihre Verpflichtungen einhalten, etwa in puncto Datenschutz und Antikorruptionsgesetze. Die Plattform nutzt "Smart Contracts", um die Beschaffungsregeln von Mercedes-Benz durchzusetzen und sicherzustellen, dass keine Änderungen ohne Genehmigung vorgenommen werden können. Wilko Stark, Einkaufsvorstand des Unternehmens, bezeichnete die Blockchain als potenziellen Durchbruch für das Management komplexer globaler Lieferketten.
Für Mercedes-Benz ist dies nicht das erste Experiment mit der Technologie: Die Muttergesellschaft Daimler setzte Blockchain bereits für Finanztransaktionen mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ein. Nun liegt der Fokus auf der Überwachung der Lieferkette, wobei die Zahl der Zulieferer, die in der nächsten Phase teilnehmen werden, noch geprüft wird.
Sabine Angermann, Leiterin Einkauf und Lieferantenqualität, betonte, wie das System Bürokratie abbaut und gleichzeitig die Sicherheit erhöht. Durch die Verankerung von Nachhaltigkeitsanforderungen in den Verträgen kann Mercedes-Benz Unterlieferanten enger überwachen als bisher.
Der Blockchain-Pilot stellt einen wichtigen Schritt hin zu mehr Verantwortung in den Liefernetzwerken von Mercedes-Benz dar. Bei Erfolg könnte die Technologie die Art und Weise verändern, wie das Unternehmen ethische und ökologische Standards bei Tausenden globaler Partner durchsetzt. Die nächste Phase wird zeigen, wie weitreichend die Technologie bei den Zulieferern eingeführt wird.