Manfred Weber fordert europäische Einheit in Verteidigung und Rüstung bis 2026
Ida SchmitzManfred Weber fordert europäische Einheit in Verteidigung und Rüstung bis 2026
Manfred Weber, Vorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP) und führender Politiker der deutschen CSU, setzt sich für eine vertiefte europäische Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung und Rüstung ein. Auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart betonte er, dass sich die Sicherheitslage rasant verändere und daher ein gemeinsamer Ansatz für die militärischen Herausforderungen auf dem Kontinent erforderlich sei.
Weber verwies auf die 1.300 Kilometer lange Grenze Finnlands zu Russland als deutliches Beispiel für die Sicherheitsbedenken Europas. Er fragte, ob Helsinkis Bedarf an Drohnen- und Raketenabwehr nicht als gemeinsame europäische Verantwortung und nicht allein als nationale Angelegenheit betrachtet werden sollte.
Er forderte eine europäische Verteidigungsstrategie und drängte auf mehr gemeinsame Rüstungsprojekte, um die Fähigkeiten des Blocks zu stärken. Ein zentrales Anliegen war die Harmonisierung der Exportregeln für Verteidigungsgüter, die seiner Meinung nach dazu beitragen würde, einen voll funktionsfähigen Binnenmarkt für Rüstungsgüter innerhalb der EU zu schaffen.
Seit 2020 gab es Fortschritte bei gemeinsamen europäischen Militärinitiativen. Bis 2026 beteiligten sich alle 27 Mitgliedstaaten an mindestens einem Kooperationsprojekt. Zu den wichtigsten Programmen zählen die Europäische Friedensfazilität (EPF), die seit 2021 militärische Hilfe finanziert, sowie der Europäische Verteidigungsfonds (EVF), der für den Zeitraum 2021–2027 8 Milliarden Euro bereitstellte. Die Zahl der PESCO-Projekte – ins Leben gerufen, um die Verteidigungskooperation zu vertiefen – stieg von 25 im Jahr 2020 auf über 60 bis 2025, an denen sich die meisten EU-Länder beteiligen. Zudem arbeiten im Rahmen der 2022 eingeführten European Sky Shield Initiative (ESSI) mittlerweile 21 Staaten bei der Luftverteidigung zusammen.
Weber unterstrich, dass Europa "historische Führung in der Verteidigung" übernehmen müsse, um einen echten Binnenmarkt für Rüstungsgüter aufzubauen. Seine Vorschläge zielen darauf ab, die Zersplitterung zu verringern und die Fähigkeit des Blocks zu verbessern, auf neue Bedrohungen zu reagieren.
Der Vorstoß für eine stärkere Verteidigungsintegration erfolgt zu einer Zeit, in der EU-Staaten bereits an zahlreichen gemeinsamen Militärprojekten mitwirken. Mit der Ausweitung von Initiativen wie PESCO, dem EVF und dem Sky-Shield-Programm spiegeln Webers Forderungen einen breiteren Trend hin zu kollektiven Sicherheitslösungen wider. Sein Fokus auf Exportvorschriften und gemeinsame Beschaffung deutet darauf hin, dass weitere Schritte folgen könnten, um die europäische Rüstungsindustrie effizienter zu gestalten.






