Maharashtra kämpft gegen dramatischen Anstieg von Menschenhandelsfällen
Paul MüllerMaharashtra kämpft gegen dramatischen Anstieg von Menschenhandelsfällen
Maharashtra verzeichnet drastischen Anstieg von Menschenhandelsfällen – zweitstärkst betroffener Bundesstaat Indiens
In Maharashtra hat sich die Zahl der Menschenhandelsfälle stark erhöht, wodurch der Bundesstaat zum zweitstärksten Betroffenen in Indien wurde. Im Jahr 2024 registrierten die Behörden 337 Fälle – nach 388 im Jahr 2023 und 295 im Jahr 2022. Die Zahlen verdeutlichen eine anhaltende Krise, bei der organisierte Netzwerke schutzbedürftige Gruppen ausbeuten.
Allein 2024 konnten in Maharashtra 885 Opfer des Menschenhandels befreit werden, darunter 808 indische Staatsbürger, 20 aus Bangladesch und 57 aus anderen Ländern. Insgesamt wurden 892 Opfer identifiziert, von denen 78 Minderjährige waren.
Sexuelle Ausbeutung blieb mit 829 Betroffenen, die in die kommerzielle Sexarbeit gezwungen wurden, der Hauptgrund für Menschenhandel. Weitere 46 Opfer wurden zur Zwangsarbeit genötigt, vier zur Zwangsheirat. Die Täter setzten weiterhin auf Täuschung oder Nötigung, um ihre Opfer in Prostitution, häusliche Knechtschaft, Schuldknechtschaft, Kinderehen, organisiertes Betteln oder den illegalen Verkauf von Neugeborenen zu drängen.
Die Behörden betonen die Dringlichkeit verschärfter Maßnahmen zur Bekämpfung des Problems. Empfohlen werden unter anderem eine intelligente, datengestützte Polizeiarbeit, strengere Strafverfolgung gegen Menschenhändlerringe, bessere Zusammenarbeit zwischen den Bundesstaaten sowie verbesserte Rehabilitationsprogramme für Überlebende.
Die Daten unterstreichen die anhaltende Bedrohung durch Menschenhandel in Maharashtra. Besonders gefährdet sind Frauen, jugendliche Mädchen und Kinder. Ohne verstärkte Gegenmaßnahmen werden kriminelle Netzwerke voraussichtlich weiterhin schutzlose Menschen im gesamten Bundesstaat ausbeuten.
