Machtkampf bei DocMorris: Soll Ex-Celesio-Chef Oesterle das Ruder übernehmen?
Lotta BrandtMachtkampf bei DocMorris: Soll Ex-Celesio-Chef Oesterle das Ruder übernehmen?
Aktionäre der DocMorris drängen darauf, CEO Walter Oberhänsli durch Dr. Fritz Oesterle zu ersetzen. Der Vorstoß erfolgt zu einer Zeit, in der die Online-Apotheke mit schwachen Gewinnen und wachsendem Wettbewerbsdruck zu kämpfen hat. Die Investoren hoffen, dass Oesterles Erfahrung dem Unternehmen eine neue Richtung geben wird.
Oesterle leitete zuvor Celesio, wo er DocMorris 2007 übernahm. Seine Pläne zur Liberalisierung des Apothekenmarktes wurden 2009 vom Europäischen Gerichtshof blockiert. Nach diesem Rückschlag verschlechterte sich die Performance von Celesio, was schließlich 2014 zur Übernahme durch McKesson und später durch Phoenix führte. Oesterle verließ Celesio 2011 und ist seitdem in Aufsichtsräten tätig.
DocMorris selbst steht vor eigenen Herausforderungen, darunter hohe Marketingkosten und stagnierendes Wachstum. Die Expansion in den Bereich der digitalen Gesundheit hat sich bisher nicht ausgezahlt, während Konkurrenten Boden gutmachen. Oesterles Expertise liegt traditionell im stationären Apothekenhandel, nicht in digitaler Innovation.
Hinter seinem Comeback steht Ceplion, ein Investor, der DocMorris zu einer führenden europäischen Plattform für "Gesundheit auf Knopfdruck" entwickeln will. Die Aktionäre glauben, dass Oesterles Reputation dem Unternehmen Stabilität verleihen und weitere Investitionen anziehen könnte.
Falls ernannt, übernimmt Oesterle ein Unternehmen, das unter Druck steht, Verluste zu reduzieren und das Wachstum zu beschleunigen. Seine Erfolgsbilanz im Pharmagroßhandel könnte einige Investoren beruhigen, doch seine früheren Schwierigkeiten bei der Marktreform bleiben ein Diskussionspunkt. Die endgültige Entscheidung über die Führung wird die nächste Phase von DocMorris prägen.






