Logistikbranche kämpft mit Rekord-Dieselpreisen und fordert Soforthilfen vom Staat
Lotta BrandtLogistikbranche kämpft mit Rekord-Dieselpreisen und fordert Soforthilfen vom Staat
Logistikunternehmen in Deutschland ächzen unter Rekord-Spritpreisen, die innerhalb von nur sechs Monaten um 40 Prozent explodiert sind. Der drastische Anstieg, angetrieben durch den Konflikt am Persischen Golf, hat den Dieselpreis auf etwa 161 bis 165 Cent pro Liter getrieben – und liegt damit über dem EU-Durchschnitt. Branchenvertreter fordern nun dringend staatliche Hilfen, um Lieferkettenengpässe abzuwenden.
Zwischen Februar und März 2026 stiegen die Dieselpreise in Deutschland steil an und belegten damit Platz 17 unter den EU-Ländern mit den stärksten Preissprüngen. Zwar verzeichneten Länder wie Tschechien (+66 Prozent) und Polen (+61 Prozent) noch schärfere Anstiege, doch die hohen Steuern und CO₂-Abgaben in Deutschland belasten die Unternehmen hierzulande besonders stark. Die Folge: Logistikfirmen, die ohnehin schon um stabile Lieferketten kämpfen, geraten zunehmend unter Druck.
Vier große Branchenverbände – der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik (BGL), der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BPEX), der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) sowie der Bundesverband Contract-Logistik (BWVL) – haben nun gemeinsam Sofortmaßnahmen gefordert. Sie betonen, dass der Staat nicht durch zusätzliche Steuereinnahmen von der Krise profitieren dürfe, sondern kurzfristige Entlastungen schaffen müsse.
Die Verbände verlangen keine dauerhaften Subventionen, sondern eine zeitlich befristete Deckelung der Spritkosten, um den Unternehmen durch die Krise zu helfen. Eventuelle finanzielle Hilfen, so ihre Argumentation, sollten lediglich die Mehreinnahmen des Staates aus höheren Energiesteuern und CO₂-Bepreisung ausgleichen.
Ohne schnelle Gegenmaßnahmen droht dem Logistiksektor eine weitere Zuspitzung – mit potenziell schwerwiegenden Folgen für den Warenverkehr in der gesamten Wirtschaft. Die Verbände machen deutlich: Zielgenaue, befristete Entlastungen seien entscheidend, um langfristige Schäden abzuwenden. Wie die Regierung reagiert, wird zeigen, ob die Branche den Preisschock verkraften kann – oder in noch tiefere finanzielle Turbulenzen gerät.






