Lehrerin kassiert 16 Jahre Gehalt – trotz Nebenjob als Heilpraktikerin
Lotta BrandtLehrerin kassiert 16 Jahre Gehalt – trotz Nebenjob als Heilpraktikerin
Eine Lehrerin des Berufskollegs Wesel in Nordrhein-Westfalen ist seit über 16 Jahren ohne ausreichende Begründung krankgeschrieben – und bezieht in dieser Zeit weiterhin ihr volles Gehalt vom Land. Gleichzeitig soll sie laut Vorwürfen anderen beruflichen Tätigkeiten nachgegangen sein.
Im Mittelpunkt des Falls steht eine 58-jährige Pädagogin, die seit Beginn ihrer Krankschreibung keine amtärztliche Untersuchung mehr durchlaufen hat. Obwohl sie nicht unterrichtete, arbeitete sie angeblich als Heilpraktikerin für Alternativmedizin und nahm sogar an einem Existenzgründungswettbewerb teil.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug. Der Vorwurf: Die Beschuldigte soll dem Land wissentlich falsche Angaben gemacht haben. Der Ermittlungszeitraum umfasst die Jahre 2021 bis 2025, da frühere Zeiträume möglicherweise bereits verjährt sind.
Bei einer kürzlichen Durchsuchung ihres Wohnsitzes in Duisburg beschlagnahmten die Behörden Dokumente und digitale Speichermedien als Beweismaterial. Die Untersuchungen erstrecken sich auch auf einen Mitarbeiter der Bezirksregierung Düsseldorf, der möglicherweise seine Amtspflichten vernachlässigt hat, indem er die langjährige Abwesenheit der Lehrerin nicht überprüfte.
Als Reaktion auf den Fall kündigte die Landesregierung an, die Kontrollen bei langfristigen oder wiederkehrenden Krankschreibungen zu verschärfen. Sollte die Lehrerin verurteilt werden, drohen ihr Strafen wegen Betrugs, während der Bezirksregierungsmitarbeiter unter Umständen wegen Pflichtverletzung zur Rechenschaft gezogen werden könnte. Die geplanten Reformen in Nordrhein-Westfalen zielen darauf ab, ähnliche Fälle künftig durch strengere Prüfungen von Langzeiterkrankungen zu verhindern.






