Landtagswahl 2024: Baden-Württemberg führt Zweistimmensystem und Wahlalter 16 ein
Ida SchmitzLandtagswahl 2024: Baden-Württemberg führt Zweistimmensystem und Wahlalter 16 ein
Landtagswahl in Baden-Württemberg: Neue Regeln, mehr Wähler – was sich am 8. März 2024 ändert
Die anstehende Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2024 bringt tiefgreifende Änderungen im Wahlverfahren mit sich. Ein reformiertes Wahlrecht senkt das Wahlalter auf 16 Jahre und führt ein Zweistimmensystem ein, das die bisherige Einheitswahl ersetzt. Mit diesen Neuerungen soll das Land an den bundesweiten Standard angeglichen und die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl 2025 ausgeweitet werden.
Bei rund 7,7 Millionen Wahlberechtigten – darunter etwa 650.000 Erstwählerinnen und Erstwähler – wird sich zeigen, ob die Reformen die Wahlbeteiligung in Baden-Württemberg steigern können. Diese lag bei der letzten Landtagswahl bei nur 63,8 Prozent.
Das bisherige Wahlsystem in Baden-Württemberg basierte auf einer einzigen Stimme, nach der die Sitze nach Verwaltungsbezirken verteilt wurden. Dieses Verfahren benachteiligte oft kleinere Parteien und führte zu einem Landtag mit 154 statt der eigentlich vorgesehenen 120 Sitze. Zudem machte das komplexe Zählverfahren das System im Vergleich zu anderen Bundesländern einzigartig – und schwerfällig.
Künftig geben die Wählerinnen und Wähler zwei Stimmen ab: eine für eine Direktkandidatin oder einen Direktkandidaten aus ihrem Wahlkreis und eine für eine Partei. Diese Umstellung könnte die Größe des nächsten Landtags deutlich verändern – Schätzungen zufolge könnte er auf 180 bis 220 Abgeordnete anwachsen. Taktisches Wählen und Stimmensplitting könnten unter dem neuen System zusätzlich Einfluss auf das Ergebnis nehmen.
Insgesamt treten 1.184 Kandidatinnen und Kandidaten an, darunter sind etwa 33 Prozent Frauen. Zu den Jüngsten zählen zwei 18-jährige Bewerber der Linken. Erstmals dürfen auch 16- und 17-Jährige in Baden-Württemberg wählen, wobei die genaue Zahl der minderjährigen Erstwähler noch nicht erfasst wurde.
Die Reformen ermöglichen mehr Menschen als je zuvor, die politische Zukunft des Landes mitzugestalten. Das neue Zweistimmensystem und das gesenkte Wahlalter entscheiden nicht nur über die Sitzverteilung, sondern auch über die Größe des Parlaments. Beobachter und Analysten werden genau verfolgen, ob die Änderungen die Wahlbeteiligung nach dem historischen Tiefstand der letzten Wahl wieder beleben können.






