24 March 2026, 06:10

Lale Tolkiens zerrissene Kindheit zwischen Drogen, Missbrauch und Widerstandskraft

Ein abgenutztes Buch mit einer detaillierten Karte von Berlins Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten, begleitet von Texten über die Bevölkerung und bemerkenswerte Merkmale der Stadt.

Lale Tolkiens zerrissene Kindheit zwischen Drogen, Missbrauch und Widerstandskraft

Lale Tollkiens Kindheit war von Chaos und Vernachlässigung geprägt. Mit nur achtzehn Monaten wurde sie in staatliche Obhut gegeben und wuchs in einer Berliner Männer-WG auf, in der Drogen, Alkohol und Instabilität ihre frühen Jahre prägten. Ihre Geschichte, erzählt in dem Buch "Den Himmel mit beiden Händen halten", offenbart ein Leben voller Entbehrungen, aber auch von beeindruckender Widerstandskraft.

Lales Probleme begannen früh. Mit eineinhalb Jahren schluckte sie Rohypnol-Tabletten, während ihre heroinabhängige Mutter bewusstlos dalag. Die Behörden nahmen sie aus der Familie und brachten sie in staatliche Fürsorge. Ihr Vater, ein Kleinkrimineller mit Verbindungen zur linksradikalen APO-Bewegung, saß zu dieser Zeit im Gefängnis.

Später wurde Lale zu ihrem Vater zurückgebracht, der in den 1980er-Jahren in eine Berliner Kommune zog. Das Haus war geprägt von revolutionärem Gehabe, doch dominierten vor allem exzessiver Alkoholkonsum, Drogenmissbrauch und wilde Feste den Alltag. Frauen kamen und gingen, doch Lale blieb die einzige konstante weibliche Präsenz. Als Kind war sie giftigen Substanzen ausgesetzt und wurde später von einem Mitbewohner sexuell missbraucht – Verbrechen, die ihr Vater nie bemerkte.

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Die Schule wurde zu Lales Fluchtort, ein Ort, an dem sie sich entfalten konnte, bis die Pubertät einsetzte. Danach zerfiel ihr Leben. Sucht und instabile Freundschaften übernahmen die Kontrolle, ein Spiegelbild ihrer chaotischen Erziehung. Jahrzehnte später fand sie nicht im klassischen Erfolg, sondern im Schreiben Halt – und verwandelte ihre schmerzhafte Vergangenheit in eine kraftvolle Autobiografie.

"Den Himmel mit beiden Händen halten" dokumentiert Lales zermürbenden Weg vom Verlassensein zum Überleben. Das Buch ist zugleich ein Protokoll ihres Leidens und ein Beweis dafür, wie sie sich ihre Stimme zurückerobert hat. Ihre Geschichte erreicht nun Leser:innen und bietet einen schonungslosen, aber ehrlichen Einblick in das Leben in Berlins chaotischer Kommunen-Szene.

Quelle