23 May 2026, 10:11

Kubicki wird FDP-Chef – doch will er die Partei wirklich bis 2029 führen?

Kubicki spricht auch mit AfD-Vertretern

Kubicki wird FDP-Chef – doch will er die Partei wirklich bis 2029 führen?

Heinrich Kubicki soll nächste Woche zum neuen Vorsitzenden der FDP gewählt werden, nachdem er mögliche Konkurrenten aus dem Weg geräumt hat. Doch bereits jetzt stellt er seine langfristige Rolle infrage und räumt ein, dass die Chancen, die Partei 2029 in die Bundestagswahl zu führen, gering sind. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit politischer Verunsicherung in Berlin, in der die AfD an Zustimmung gewinnt, während die etablierten Parteien kaum überzeugende Antworten parat haben.

Kubickis Weg an die Parteispitze scheint ohne Hindernisse – Gegner hat er keine mehr. Doch seine Bereitschaft, die Rolle langfristig auszufüllen, wirkt ambivalent. Kürzlich scherzte er, die Wahrscheinlichkeit, dass er die FDP 2029 anführe, sei geringer als die, dass er auf Mallorca sitze.

Seine Kritik an der eigenen Partei fällt deutlich aus. Die FDP müsse sich von politischem Fachchinesisch verabschieden und wieder mehr öffentliche Aufmerksamkeit gewinnen, fordert er. Zwar ist er nach wie vor in parlamentarischen Wochen in Gespräche eingebunden, doch sein Einfluss als ehemaliger Bundestagsvizpräsident hat nachgelassen.

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Doch nicht nur die eigene Partei nimmt Kubicki ins Visier. Scharf äußert er sich über Friedrich Merz’ Auftreten und die Politik der CDU. Zugleich mahnte er die Kanzlerin zu entschlossenerem Handeln – entweder durch eine Geschlossenheit der SPD oder deren Ausscheiden aus der Regierung. Eine Äußerung bereut er teilweise: die Bezeichnung der Kanzlerin als „Eierkopf“ – die inhaltliche Kritik daran hält er jedoch aufrecht.

Für die Zukunft sieht Kubicki sich selbst nicht als prägende Figur der FDP. Stattdessen nennt er Namen wie Linda Teuteberg, Martin Hagen, Susanne Seehofer, Nicole Büttner oder Jens Teutrine als mögliche Führungspersönlichkeiten, die die Partei voranbringen könnten.

Kubickis Kandidatur fällt in eine angespannte Phase der deutschen Politik. Während die FDP intern über ihre Ausrichtung streitet, wirft der Aufstieg der AfD große Fragen auf. Sein Fokus auf Sichtbarkeit und entschlossenes Handeln deutet darauf hin, dass er die Partei aufrütteln will – selbst wenn er nicht vorhat, lange zu bleiben.

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