21 April 2026, 18:11

Kriminalitätsstatistik 2025: Weniger Straftaten, aber mehr schwere Gewaltverbrechen in Deutschland

Balkendiagramm, das die Homicid-Offending-Rates nach Alter des Täters und Waffengebrauch von 1976 bis 2004 zeigt.

Kriminalitätsstatistik 2025: Weniger Straftaten, aber mehr schwere Gewaltverbrechen in Deutschland

Deutschland verzeichnete 2025 einen Rückgang der registrierten Kriminalität um 5,6 Prozent – auf rund 5,5 Millionen Straftaten. Doch während die Gesamtzahl der Delikte sank, stiegen die schweren Straftaten an: So gab es einen Anstieg bei Mord und Totschlag um 6,5 Prozent sowie eine Zunahme von Vergewaltigungen und schweren Sexualstraftaten um 8,5 Prozent.

Die aktuellen Zahlen zeigen zudem einen überproportionalen Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger, insbesondere bei Gewaltdelikten. Hier lag deren Beteiligung etwa 2,6-mal höher als die von deutschen Staatsbürgern. Messattacken blieben ein anhaltendes Problem: Fast 29.000 Fälle wurden 2025 erfasst. Unter den ausländischen Tatverdächtigen waren die am häufigsten registrierten Staatsangehörigkeiten die Türkei, Syrien, Rumänien, die Ukraine, Polen und Afghanistan.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland kritisierte die Darstellung der Statistiken durch die Regierung scharf. Mehtap Çaglar, die Bundesvorsitzende des Verbandes, warf Innenminister Alexander Dobrindt vor, die Zahlen politisch instrumentalisiert zu haben. Die Statistiken würden genutzt, um eine "rassistische" Deutung der Kriminalitätsentwicklung zu fördern, so Çaglar.

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Der Verband argumentierte zudem, dass Migranten häufiger bei der Polizei angezeigt würden, was die Daten verzerren könnte. Kriminalstatistiken spiegelten oft eher das Polizeiaufkommen wider als die tatsächliche Kriminalitätslage, hieß es. Als weitere Einflussfaktoren wurden strukturelle Aspekte wie Polizeipraktiken genannt, die sich auf die erfassten Zahlen auswirken könnten.

Der Kriminalitätsbericht 2025 zeichnet ein zwiespältiges Bild: Zwar ging die Gesamtzahl der Straftaten zurück, doch schwere und gewalttätige Delikte nahmen zu. Die Debatte um die Statistiken hält an – Kritiker hinterfragen, ob die Zahlen die reale Kriminalitätsentwicklung abbilden oder lediglich Erfassungs- und Verfolgungsmuster widerspiegeln. Eine direkte Reaktion der Regierung auf die Vorwürfe der Türkischen Gemeinde steht noch aus.

Quelle