Kretschmanns Abschied: Das Ende einer Grünen-Ära in Baden-Württemberg
Miriam AlbrechtKretschmann: "Ich bin froh, dass ich aufhöre" - Kretschmanns Abschied: Das Ende einer Grünen-Ära in Baden-Württemberg
Baden-Badens langjähriger Ministerpräsident Winfried Kretschmann wird Anfang 2026 nach fast 15 Jahren im Amt zurücktreten. Der Grünen-Politiker, der 2011 die jahrzehntelange Vorherrschaft der CDU im Land brach, hat offen eingeräumt, dass das Amt an ihm gezehrt hat. Sein Rückzug erfolgt vor den Landtagswahlen am 8. März, bei denen Umfragen auf eine sich wandelnde politische Landschaft hindeuten.
Kretschmann übernahm das Amt im Mai 2011 und markierte damit den ersten Fall, in dem die Grünen eine Landesregierung in Deutschland anführten. Seine Amtszeit war geprägt von Koalitionen mit der SPD, Protestbewegungen wie Stuttgart 21 sowie politischen Kurswechseln, die unter anderem durch Ereignisse wie die Fukushima-Katastrophe beeinflusst wurden. Unter seiner Führung bildeten die Grünen zwei Kabinette, darunter die Regierung Kretschmann II von 2016 bis 2021.
Nun, da seine Amtszeit dem Ende entgegengeht, hat der 76-Jährige über die Belastungen des Amtes gesprochen. Selbst kleine Frustrationen hätten ihn nachts wachgehalten, und er habe die Position als Bürde beschrieben. Seine Erleichterung über den Abschied ist spürbar.
Mit Blick auf die Wahl 2026 liegen die Umfragewerte aktuell bei 29 % für die CDU, 23 % für die Grünen und 20 % für die AfD. Cem Özdemir, ein prominenter Grünen-Politiker, gilt als möglicher Nachfolger. Die Ergebnisse könnten das politische Kräfteverhältnis im Land neu ordnen und möglicherweise das Ende der Grünen-Ära einläuten.
Kretschmanns Abschied markiert das Ende eines prägenden Kapitels in der baden-württembergischen Politik. Die Wahl im März 2026 wird zeigen, ob die Grünen ihre Position halten können oder ob die Macht zurück zur CDU wechselt. Der scheidende Ministerpräsident hat jedenfalls deutlich gemacht, dass er bereit für einen Neuanfang ist.






