Krankenkassen fordern radikale Reformen für sinkende Beiträge bis 2030
Paul MüllerKrankenkassen fordern radikale Reformen für sinkende Beiträge bis 2030
Die Krankenversicherungsbeiträge könnten in Zukunft sinken – allerdings nur, wenn tiefgreifende Änderungen umgesetzt werden. Führende Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland haben strenge Bedingungen für mögliche Senkungen genannt. Die aktuellen Vorschläge reichen jedoch nicht aus, um Beitragsentlastungen tatsächlich zu ermöglichen.
Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, wies die Idee niedrigerer Beiträge auf Basis des bisherigen Gesetzentwurfs zurück. Die Pläne gingen nicht weit genug, um die finanzielle Belastung der Versicherten spürbar zu verringern, argumentierte er.
Storm skizzierte dennoch einen möglichen Weg: Wenn der Bund bis 2030 schrittweise mehr der Krankenversicherungskosten übernähme, könnten die Beiträge um 0,5 Prozentpunkte sinken. Ein zentraler Schritt wäre dabei, die Beiträge für Grundsicherungsempfänger vollständig aus Steuermitteln zu finanzieren.
Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse, unterstrich ebenfalls die Notwendigkeit entschlossenen Handelns. Beitragssenkungen seien nur dann realistisch, wenn die richtigen Maßnahmen zügig umgesetzt würden, betonte er. Beide Manager waren sich einig: Ohne grundlegende Reformen bleiben Senkungen unwahrscheinlich.
Die Vorschläge setzen darauf, die Lasten von den Versicherten auf öffentliche Haushalte zu verlagern. Bei einer Umsetzung könnten die Beiträge innerhalb der nächsten sechs Jahre sinken. Derzeit bietet der bestehende rechtliche Rahmen jedoch keine unmittelbare Entlastung für die Beitragszahler.






