19 February 2026, 04:15

Kompakte Biogasanlagen revolutionieren Energiegewinnung auf Milchviehhöfen

Ein Vintage-Plakat von Wiseman-Downs Co., Inc. mit verschiedenen Landmaschinen und Gartenzubehör, einschließlich Samen, mit beschreibendem Text.

Kompakte Biogasanlagen revolutionieren Energiegewinnung auf Milchviehhöfen

Deutschland fördert den Bau günstigerer und kleinerer Biogasanlagen, um mittelgroßen Betrieben zu helfen, Kosten zu senken und Emissionen zu reduzieren. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat dafür 7,1 Millionen Euro bereitgestellt, um kostengünstige Systeme zu entwickeln, die speziell auf Rindergülle zugeschnitten sind. Diese kompakte Technologie könnte bald erneuerbare Energien für Höfe mit etwa 100 Kühen zugänglicher machen.

Im Mittelpunkt des Projekts stehen Mikro- und Mini-Biogasanlagen mit einer Leistung von 50 Kilowatt, die darauf ausgelegt sind, Rindergülle effizient zu vergären. Forscher der Universität Hohenheim leiten die Initiative und entwickeln ein standardisiertes System namens KLAWIR. Ihr Ziel: Die Installationskosten auf unter 8.000 Euro pro Kilowatt zu drücken – deutlich günstiger als bei größeren Biogasanlagen.

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Ein entscheidender Vorteil ist die Geschwindigkeit. Eine KLAWIR-Anlage lässt sich in nur drei Wochen aufbauen und spart so sowohl Zeit als auch Kosten. Kleinere Anlagen dieser Art qualifizieren sich zudem für höhere Einspeisevergütungen, sofern ihre Leistung unter 150 Kilowatt bleibt.

Für Landwirte ergeben sich weitere Vorteile über die reine Energieersparnis hinaus: Wird die Gülle in einem geschlossenen Biogasbehälter statt in einer offenen Grube gelagert, lassen sich die Methanemissionen um bis zu 90 Prozent reduzieren. Das erzeugte Biogas dient als flexible Energiequelle und verringert die Abhängigkeit der Höfe von teurem Fremdstrom. Bei den aktuellen Förderbedingungen könnte eine 50-Kilowatt-Anlage jährlich rund 50.000 Euro einbringen – eine schnelle Amortisation der Investition.

Die Initiative soll beweisen, dass kleine Biogasanlagen für Milchvieh- und Viehbetriebe wirtschaftlich tragfähig sind. Bei Erfolg könnten diese Systeme eine praktikable Lösung für mittelgroße Betriebe werden, die ihre Kosten und Umweltbelastung senken möchten.

Die 7,1 Millionen Euro Fördergelder sollen helfen, die kompakte Biogastechnologie auf mehr Höfen zu etablieren. Mit schnellerer Installation, geringeren Kosten und attraktiven finanziellen Anreizen könnten diese Anlagen bald eine zuverlässige Energiequelle für kleinere Betriebe darstellen. Gelingt das Projekt, könnte dies auch die breitere Nutzung von güllebasiertem Biogas in ganz Deutschland vorantreiben.