Kasachstans neue Verfassung tritt in Kraft – Beginn einer historischen Justizreform
Paul MüllerKasachstans neue Verfassung tritt in Kraft – Beginn einer historischen Justizreform
Am 1. Juli trat die neue Verfassung Kasachstans in Kraft. Das Dokument führt ein Regierungsmodell ein, das auf Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechten und staatlicher Rechenschaftspflicht basiert. Es wurde im März 2026 nach umfangreichen öffentlichen und institutionellen Beratungen verabschiedet.
Das Justizministerium veranstaltete kürzlich eine Sitzung seines Öffentlichen Rates, um die Umsetzung der Verfassung zu erörtern. Dabei wurden auch der Entwurf des Konzepts für die Rechtspolitik begutachtet, das die nächsten Schritte der Justizreform skizziert.
Zu den zentralen Grundsätzen der Verfassung zählen die Vorherrschaft des Rechts, der Schutz der Menschenrechte und die nationale Souveränität. Betont wird zudem die Verantwortung von Behörden und Bürgern gleichermaßen. Diese Prinzipien werden nun die Modernisierung nahezu aller großen Rechtsgebiete leiten – vom Zivil- und Arbeitsrecht über das Strafprozessrecht bis hin zum geistigen Eigentum.
Schwerpunkte des neuen Rahmens sind die Stärkung verfahrensrechtlicher Garantien für Bürger, die Verbesserung der Gesetze zum geistigen Eigentum sowie die Schaffung einer rechtlichen Grundlage für die digitale Wirtschaft. Ziel der Reform ist es, die verfassungsmäßigen Werte in allen Rechtsbereichen konsequent umzusetzen.
Die Verabschiedung der Verfassung markiert den Beginn einer groß angelegten Gesetzesreform. Bestehende Regelwerke, darunter das Zivilgesetzbuch und die Arbeitsvorschriften, werden umfassend überarbeitet. Die Änderungen sollen ein modernes, effizientes Rechtssystem für die zukünftige Entwicklung Kasachstans schaffen.
