Kanzlei Voigt rockt mit KI-Song für Unfallopfer-Rechte und skurrilen Badehosen
Lotta BrandtKanzlei Voigt rockt mit KI-Song für Unfallopfer-Rechte und skurrilen Badehosen
Deutsche Kanzlei startet ungewöhnliche Kampagne für die Rechte von Unfallbeteiligten
Die Kanzlei Voigt hat eine ungewöhnliche Aktion gestartet, um auf die Rechte von Autofahrern nach unverschuldeten Unfällen aufmerksam zu machen. Mit der Initiative "Voigt regelt" ("Voigt kümmert sich drum") setzt das Unternehmen auf einen KI-generierten Song und skurrile Merchandise-Artikel – ein bewusster Bruch mit der traditionellen Vermarktung in der Rechtsbranche. Die Kanzlei betont, dass seriöse Rechtsberatung auch unterhaltsam und ansprechend sein kann.
Im Mittelpunkt der Kampagne steht ein Titel der fiktiven Band "Die Regler" ("Die Regulierer"), die eigens für das Projekt erfunden wurde. Song und Musikvideo markieren einen gezielten Abschied von klassischer Anwaltswerbung. Der Track, der auf Spotify und Apple Music verfügbar ist, soll Aufmerksamkeit erregen und gleichzeitig eine klare Botschaft vermitteln: Viele Autofahrer kennen ihre Ansprüche nach einem Unfall nicht ausreichend.
Besonders gefährdet sind Fuhrparkverantwortliche, da ihnen oft Fachwissen im Verkehrsrecht fehlt. Ohne professionelle rechtliche Unterstützung erhalten Unfallopfer im Schnitt 15 bis 20 Prozent weniger Entschädigung – sei es für Reparaturen, Wertminderung des Fahrzeugs oder Schmerzensgeld. Henning Hamann, geschäftsführender Partner von Voigt, warnt: "Unwissenheit über diese Rechte kann Unternehmen erhebliche finanzielle Verluste bescheren."
Zur Kampagne gehört auch thematisches Merchandising, darunter "Bremsspuren-Badehosen", die über gerechtsverkehr.de (fairtraffic.de) verkauft werden. Die Einnahmen fließen vollständig an die ETL-Stiftung Kinderträume, was der Aktion eine karitative Komponente verleiht. Die Initiative erscheint zu einer Zeit, in der KI-generierte Musik vor sich wandelnden rechtlichen Rahmenbedingungen steht: Der EU AI Act stuft rein von KI erstellte Werke als gemeinfrei ein, sofern keine substantielle menschliche Mitwirkung nachweisbar ist.
Große Labels wie Universal und Warner schränken mittlerweile die Nutzung von KI-Trainingsdaten ein, während Plattformen wie Udio lizenzierte Versionen mit Umsatzbeteiligung anbieten. Streamingdienste beginnen damit, vollständig KI-generierte Titel von den Charts auszuschließen oder die Tantiemen zu kürzen, um menschliche Künstler zu schützen. Voigts Kampagne zeigt jedoch, wie KI-Tools strategische Ziele jenseits der Unterhaltungsbranche unterstützen können.
Das Projekt "Voigt regelt" verbindet Humor, KI-Technologie und juristisches Know-how, um Autofahrer und Fuhrparkmanager aufzuklären. Mit unkonventionellen Methoden will die Kanzlei finanzielle Verluste durch falsch abgewickelte Schadensfälle verringern. Gleichzeitig demonstriert die Aktion, wie KI-generierte Inhalte für die professionelle Kommunikation in regulierten Branchen neu gedacht werden können.






