Kannabiskonsumgesetz: Ekocan-Bericht löst Debatte über THC-Anstieg und Präventionslücken aus
Lotta BrandtKannabiskonsumgesetz: Ekocan-Bericht löst Debatte über THC-Anstieg und Präventionslücken aus
Ein neuer Bericht zum Kannabiskonsumgesetz in Deutschland hat eine erneute Debatte über die Auswirkungen des Gesetzes ausgelöst. Die zweiten Zwischenergebnisse des Ekocan-Forschungsprojekts zeigen einen deutlichen Anstieg der THC-Werte sowie einen Zusammenbruch der Frühinterventionsprogramme. Nun bereitet die Regierung eine Überprüfung der weiteren Vorgehensweise vor.
Der Ekocan-Bericht offenbart gravierende Veränderungen seit Inkrafttreten des Gesetzes: Der THC-Gehalt in Cannabisprodukten ist deutlich gestiegen, während Frühinterventionsmaßnahmen für Konsumenten drastisch zurückgegangen sind. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums bestätigte diese Entwicklungen und räumte ein, dass die Grenzen zwischen medizinischer und freizeitlicher Nutzung zunehmend verschwimmen.
Auch die Einfuhren von medizinischem Cannabis haben sich mehr als versechsfacht – ein Anstieg im Vergleich zu 2023. Die Ergebnisse lösten scharfe Reaktionen in der Politik aus. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bezeichnete die Teillegalisierung von Freizeitcannabis als "Fehler". Familienministerin Karin Prien (CDU) kritisierte die vorherige Ampelkoalition und warf ihr vor, mit ihrer Politik die Suchtprävention bei Jugendlichen untergraben zu haben.
Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) ging noch weiter und nannte das Gesetz ein "totales Fiasko". Ein Ministeriumssprecher kündigte an, dass nun innerhalb der Regierung über das weitere Vorgehen beraten werde.
Die Veröffentlichung des Berichts ebnet den Weg für eine Regierungsprüfung der Cannabisregulierung. Geprüft werden soll, ob Teile des aktuellen Gesetzes angepasst oder zurückgenommen werden. Das Ergebnis könnte die Handhabung von medizinischem und freizeitlichem Cannabiskonsum in Deutschland grundlegend verändern.






