13 April 2026, 10:33

Kanada: ESG-Prioritäten der CEOs scheitern oft an der Umsetzung

Ein Mann im Anzug und Krawatte steht an einem Podium mit einem Glas Wasser und zwei Mikrofonen, während er als CEO von Razem Global spricht, mit einem Banner mit dem Unternehmensnamen dahinter.

Kanada: ESG-Prioritäten der CEOs scheitern oft an der Umsetzung

Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) bestimmen zunehmend die Agenda kanadischer Unternehmensführer. Ein neuer Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zeigt, dass fast ein Drittel der CEOs im Land ESG als ihre wichtigste operative Priorität einstuft – doppelt so viele wie im globalen Durchschnitt. Doch trotz dieser starken Ausrichtung tun sich viele Unternehmen schwer damit, ihre Zusagen in messbare Ergebnisse umzusetzen.

Laut dem Bericht setzen 78 Prozent der kanadischen CEOs ESG vor allem wegen regulatorischer Vorgaben und Berichtspflichten an die Spitze ihrer Agenda. Aktuelle Gesetzesvorhaben wie Gesetzentwurf C-59 verschärfen die Regeln gegen Greenwashing und fordern mehr Transparenz bei Nachhaltigkeitsangaben. Dieser rechtliche Druck zwingt Unternehmen, ESG-Themen ernsthafter anzugehen.

Das Vertrauen in ESG-Investitionen bleibt hoch: 75 Prozent der CEOs erwarten innerhalb von drei Jahren spürbare Renditen. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) ist zudem überzeugt, dass ihre Nachhaltigkeitsbehauptungen einer genauen Prüfung standhalten würden. Doch bei der Umsetzung hapert es: 63 Prozent geben zu, dass es ihnen schwerfällt, ESG vollständig in die Kernprozesse des Unternehmens zu integrieren, um langfristigen Mehrwert zu schaffen.

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Unter den Nachhaltigkeitsverantwortlichen (CSOs) verfolgen 62 Prozent einen strategischen Ansatz bei ESG. Dennoch bremsen Hindernisse wie begrenzte Ressourcen und unklare Messkriterien den Fortschritt. Gleichzeitig zeigen sich 55 Prozent der CEOs optimistisch und behaupten, alle ESG-Prioritäten parallel bewältigen zu können.

Die Ergebnisse offenbaren eine deutliche Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit in kanadischen Chefetagen. Zwar steht ESG ganz oben auf der Prioritätenliste, doch bei der Umsetzung gibt es weiterhin Lücken – und der regulatorische Druck nimmt weiter zu. Die Unternehmen sehen sich nun vor der Aufgabe, ihre Strategien sowohl mit finanziellen Erwartungen als auch mit sich wandelnden Compliance-Anforderungen in Einklang zu bringen.

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